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Sorgen in Indien: Brexit könnte Zusammenarbeit belasten

EU Sorgen in Indien: Brexit könnte Zusammenarbeit belasten

Indien investiert zurzeit mehr Geld in Großbritannien als in allen anderen EU-Ländern zusammen. Ein möglicher Brexit könnte die enge Partnerschaft zwischen den beiden Ländern destabilisieren.

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Indische Unternehmer warnen vor den Folgen eines Brexits für die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen.

Quelle: Federico Gambarini/Archiv

Neu Delhi. "Würde Großbritannien aus der EU austreten, würde das eine erhebliche Unsicherheit für indische Unternehmen bedeuten, die dort aktiv sind", sagte A. Didar Singh, Geschäftsführer von FICCI, einem der beiden größten Wirtschaftsverbände Indiens.

Viele indische Unternehmen betrachten die einstige Kolonialmacht Großbritannien als Brücke in die Europäische Union. "Die Entscheidung über die EU-Mitgliedschaft ist natürlich Sache der Briten", so Singh. "Aber wir können nicht ausschließen, dass ein Austritt negative Effekte auf indische Investitionen in Großbritannien hätte."

Schätzungsweise mehr als 800 indische Unternehmen sind zurzeit in Großbritannien aktiv und schaffen dort mehr als 100 000 Jobs. Ihr Umsatz dort beträgt demnach mehr als 33 Milliarden Euro.

Fast noch wichtiger: Seit einigen Jahren gewinnt Indien enorme Bedeutung als Quelle für ausländische Direktinvestitionen in Großbritannien. Darüber stehen nur noch die USA und das EU-Mitglied Frankreich. Indien investiert aktuell mehr Geld in Großbritannien als in allen anderen EU-Staaten zusammen.

Es passiert selten, dass indische Wirtschaftsverbände sich überhaupt zu politischen Geschehnissen in anderen Ländern äußern. Der zweite große Wirtschaftsverband CII möchte zwar nicht direkt zitiert werden, hat aber zusammen mit der Beratungsfirma Grant Thornton Ende April die Studie "India meets Britain" veröffentlicht. Dort heißt es, die EU-Mitgliedschaft sei für die Beziehungen zwischen den beiden Ländern ein kritischer Faktor. "Die Unsicherheit rund um den Brexit könnte Bedeutung haben sowohl für die britische Wirtschaft als auch für den Appetit indischer Firmen, dort zu investieren."

Bisher wird das indisch-britische Wachstum auch gestützt durch den politischen Willen der beiden Länder zur engen Zusammenarbeit. Als Indiens Premierminister Narendra Modi im November 2015 in Großbritannien zu Besuch war, einigten die beiden Länder sich auf Wirtschaftsdeals im Wert von mehr als elf Milliarden Euro.

Doch auch Modi hat sich wiederholt dazu geäußert, dass er sich einen Verbleib Großbritanniens in der EU wünscht. "Indien wird immer für ein starkes und vereintes Europa sein", sagte er erst vergangene Woche dem "Wall Street Journal".

dpa

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