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So niedrig wie 1991: Arbeitslosenzahl sinkt auf 2,649 Millionen

Arbeitsmarkt So niedrig wie 1991: Arbeitslosenzahl sinkt auf 2,649 Millionen

So gut stand der deutsche Arbeitsmarkt selten da: Im Oktober waren so wenige Menschen arbeitslos wie kurz nach der Wiedervereinigung. Die Zahl der regulären Jobs kletterte auf ein Rekordhoch. Das Ende des Jobaufschwungs ist aber bereits absehbar.

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Die Arbeitslosenquote in Deutschland verringerte sich im Oktober um 0,2 Punkte auf 6,0 Prozent.

Quelle: Julian Stratenschulte/Archiv

Nürnberg. Goldener Oktober auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Ein unerwartet kräftiger Herbstaufschwung hat die Zahl der Arbeitslosen im Oktober auf den niedrigsten Stand seit fast 24 Jahren gedrückt.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren in dem Herbstmonat 2,649 Millionen Menschen ohne Job. Das waren 59 000 Erwerbslose weniger als im September und 83 000 weniger als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 6,0 Prozent. Niedriger lag die Arbeitslosigkeit zuletzt im März 1991. Zugleich erreichte auch die Zahl der regulären Arbeitsplätze zuletzt im August mit 31,0 Millionen ein Rekordhoch.

Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise rechnet zumindest bis zum Jahresende mit einer Fortsetzung des derzeitigen Arbeitsmarktaufschwungs. Im November könnten die guten Oktoberzahlen sogar noch einmal unterschritten werden, bevor dann der Winter, die schwächere Konjunktur und die wachsende Zahl arbeitsloser Asylbewerber die Erwerbslosenzahl voraussichtlich steigen lasse.

Für 2016 erwartet Weise im Jahresschnitt mit rund 2,87 Millionen Erwerbslosen - und damit rund 70 000 mehr als 2015. Der erste Anstieg der jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenzahlen seit 2013 gehe größtenteils auf das Konto arbeitsloser Flüchtlinge, machte Weise deutlich. Der BA-Chef stützt sich dabei auf Prognosen seiner hauseigenen Arbeitsmarktforscher.

Inzwischen verzeichnen die Arbeitsagenturen und Jobcenter nach BA-Angaben leicht steigende Arbeitslosenzahlen bei Zuwanderern aus Krisenländern außerhalb Europas. Danach waren im Oktober 83 200 Menschen aus Asylzugangsländern in Deutschland arbeitslos, das waren knapp 26 000 oder 45,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Den größten Anteil davon machten der Bundesagentur zufolge die Syrer mit 34 600 aus; im Vergleich zum Vorjahr waren damit mehr als doppelt so viele Menschen aus dem Bürgerkriegsland auf Jobsuche wie vor einem Jahr.

Viele der in diesem Jahr nach Deutschland geflohenen Asylbewerber werden nach Einschätzung von BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker erst im kommenden Jahr bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern erwartet. Die BA bereite sich derzeit mit der Rekrutierung zusätzlicher Mitarbeiter darauf vor. Insgesamt sollen 3500 Kräfte die Jobvermittler verstärken. 700 bis 800 davon sollen in den Arbeitsagenturen, 2800 in Jobcentern eingesetzt werden. "Der Aufbau wird im zweiten Quartal abgeschlossen sein", sagte Becker.

Der VW-Abgas-Skandal, von dem neben VW auch Autozulieferer betroffen sind, ist nach Weises Angaben bislang ohne Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt geblieben. Es sei auch noch unklar, ob die Affäre in den kommenden Monaten Folgen für die Personalplanung in der Autobranche haben werde. So verzeichne die Bundesagentur bislang noch keine steigenden Kurzarbeiterzahlen. "Die Kurzarbeit ist derzeit auf einem historischen Tief", sagte Weise am Donnerstag in Nürnberg.

Stattdessen entstünden in der deutschen Wirtschaft weiterhin neue Arbeitsplätze. Nach den jüngsten Daten vom September stieg die Zahl der Erwerbstätigen saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 50 000 auf 43,40 Millionen. Das waren 381 000 mehr als 2014. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte von Juli auf August um 59 000 auf 31 Millionen zu. Das waren 691 000 mehr Menschen mit regulärer Beschäftigung als vor einem Jahr.

Die Zahl der offenen Stellen stieg im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 95 000 auf 612 000. Besonders gesucht waren Arbeitskräfte in den Verkehr- und Logistikbranchen, dem Verkauf sowie in der Metallindustrie. Gute Jobchancen haben aktuell auch Maschinen- und Fahrzeugtechniker, Mechatroniker sowie Energie- und Elektrotechniker.

dpa

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