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Sächsischer Salat wird tonnenweise vernichtet - EHEC führt zu Absatzeinbruch bei Gemüse

Sächsischer Salat wird tonnenweise vernichtet - EHEC führt zu Absatzeinbruch bei Gemüse

 Leipzig/Dresden. Gurken, Tomaten und Salat haben viele Sachsen derzeit von ihrem Einkaufszettel gestrichen – die Angst vor EHEC bekommen auch die Gemüsebauern aus dem Freistaat hart zu spüren.

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Salat wird derzeit wegen des Absatzrückgangs tonnenweise auf den Feldern vernichtet - auch in Sachsen.

Quelle: dpa

Tonnenweise wird derzeit Salat auf sächsischen Feldern vernichtet, weil nach den Warnungen von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) der Absatz eingebrochen ist.

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Salatgurken aus Spanien sind als Träger des gefährlichen EHEC-Erregers identifiziert.

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„Der Schaden geht in die Hunderttausende“, sagte der Geschäftsführer des Landesverbands Gartenbau Sachsen (LVGS) Eberhard Haag am Montag gegenüber LVZ-Online. Vor allem auf den Großmärkten sei in den letzten Tagen deutlich weniger Gemüse als sonst verkauft worden. „Es kam zu massiven Stornierungen", erklärte Haag. Mindestens 15 Prozent des Umsatzes sei den Betrieben deshalb verloren gegangen, bereits geernteter Salat und Gurken mussten vernichtet werden.

Vielerorts werde das Gemüse aufgrund der geringen Nachfrage schlicht untergeackert. „Das tut den Gärtnern natürlich weh und führt zu finanziellen Problemen“, so der LVGS-Geschäftsführer. Auf den Wochenmärkten in Städten wie Leipzig sei der Absatz von regionalem Obst und Gemüse jedoch weitestgehend stabil geblieben. „Die Bürger kaufen sächsische Produkte nach wie vor sehr gerne.“

Gemüsetests sollen Verbraucher beruhigen

Der Sächsische Landesbauernverband (SLB) spürt wegen der lebensgefährlichen Darmkrankheit EHEC keine Absatzeinbrüche, wie Hauptgeschäftsführer Jörg Hilger auf Anfrage von LVZ-Online erklärte. Da die im Verband zusammengeschlossenen Landwirte vorwiegend tierische Produkte wie Fleisch oder Milch produzieren und verarbeiten würden, spiele das Thema EHEC hier bislang keine Rolle. „Unsere Produkte sind sicher. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind auch keine Sonderkontrollen erfolgt“, sagte Hilger.

Die sächsischen Gemüsebauern setzen dagegen große Hoffnungen auf die Gemüse-Tests, die in den letzten Tagen landesweit durchgeführt wurden. „Wir sind felsenfest überzeugt, dass sächsisches Gemüse nicht belastet ist. Mit den Untersuchungen wollen wir unseren Kunden letzte Sicherheit geben“, so Gartenbau-Chef Haag.

Sollten die Proben keine Belastungen ergeben, fordert der LVGS-Geschäftsführer auch von der Bundespolitik mehr Unterstützung: „Wir erwarten klare Aussagen, dass deutsches Gemüse in Ordnung ist.“ Die Labore sind wegen der großen Menge an Untersuchungen derzeit überlastet. Ergebnisse werden deshalb erst im Laufe der Woche erwartet.

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Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (links) beim Besuch im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

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Mitarbeiter in Schutzanzügen in einer Isolierstation im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg.

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Erster schwerer EHEC-Fall in Sachsen

Von der EHEC-Welle ist inzwischen auch Sachsen erfasst worden. Eine 60-Jährige, die sich im Ostsee-Urlaub mit HUS, der gefährlichen Variante des Darmkeims, infizierte, wird derzeit im Universitätsklinikum Dresden behandelt. Offenbar hatte die Frau aber keine Gurken, sondern nur anderes Gemüse gegessen. „Sie ist ein Fall, wo man merkt: Gurken sind nicht die einzige Infektionsquelle“, sagte Klinik-Professor Gerhard Ehninger.

Den jüngsten EHEC-Fall in Leipzig gab es am Freitag im Universitätsklinikum. „Der Patient konnte aber wieder nach Hause geschickt werden, er hatte nur leichte Symptome“, berichtete Kliniksprecher Heiko Leske. HUS sei bei ihm nicht diagnostiziert worden. Ein weiterer EHEC-Verdachtsfall bei einer Patientin, die nach einer Hessen-Reise über Durchfall klagte, habe sich nicht bestätigt.

Erhöhte Vorsicht bei Gurken, Tomaten und Salat

Bundesverbraucherministerin Aigner hatte am Sonntag ihre Warnung vor dem Verzehr von rohen Gurken, Tomaten und Salat bekräftigt. „Solange es den Experten in Deutschland und Spanien nicht gelungen ist, die Quelle des Erregers zweifelsfrei zu benennen, haben die allgemeinen Warnhinweise für Gemüse weiterhin Bestand“, sagte sie der „Bild am Sonntag“.

Das Sächsische Gesundheitsministerium rät beim Verzehr von Rohkost wie Gurken, Tomaten und Salat zwar zu erhöhter Vorsicht, jedoch nicht zu einem generellen Verzicht. „Wichtig ist vor allem, die Hygieneregeln in der Küche einzuhalten“, betonte Ministeriumssprecher Ralph Schreiber nochmals. „Sobald Sie mit einem Messer eine mit EHEC belastete Gurke durchschneiden oder schälen, ist der Keim unterwegs. Dagegen hilft nur waschen, waschen, waschen.“

Robert Nößler

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