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Sachsens Tierärzte bleiben immer häufiger auf unbezahlten Rechnungen sitzen

Sachsens Tierärzte bleiben immer häufiger auf unbezahlten Rechnungen sitzen

Selbstständige Tierärzte in Sachsen bleiben immer öfter auf unbezahlten Rechnungen sitzen. Das ergab eine aktuelle Umfrage. Anders als in der Humanmedizin gibt es für Tiere weder eine Krankenkasse noch eine vorgeschriebene Versicherung.

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Die meisten ausgebildeten Veterinäre entschieden sich für Kleintierpraxen in den Städten. Immer öfter bleiben die Tierärzte jedoch auf unbezahlten Rechnungen sitzen.

Quelle: dpa

„Wir müssen das Geld quasi selbst eintreiben“, erklärte die Vorsitzende des sächsischen Landesverbandes der praktizierenden Tierärzte, Barbara Strohbach. Die Zahlungsmoral werde allerdings immer schlechter.

Oft sitzen die Tiermediziner in der Zwickmühle: „Viele kommen mit kranken Tieren in die Praxis und haben gar kein Geld dabei“, so Strohbach. Weggeschickt werde allerdings niemand, schließlich müsse man in erster Linie dem Tier helfen. Das Problem habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, die Lage vieler Tierärzte sei inzwischen prekär: Um ihre Praxis zu betreiben, müssten sie das Geld für teure Medikamente und moderne Technik vorschießen, könnten das aber nicht durch die Einnahmen decken.

„Im Fernsehen wird der Tierarztberuf immer in leuchtenden Farben dargestellt“, so Strohbach. Aber die Wirklichkeit als praktizierender Tierarzt sehe anders aus. Doch davon lassen sich junge Menschen offensichtlich nicht abschrecken: Der Studiengang Veterinärmedizin erfreut sich nach wie vor ungebrochener Beliebtheit - vor allem bei jungen Frauen.

Im Wintersemester 2010 wurden rund 150 Erstsemester an der Universität Leipzig zugelassen - auf jeden Platz kamen etwa sechs Bewerber. Von den insgesamt 870 Studenten sind mehr als 80 Prozent Frauen. „Viele wählen das Studium, weil sie Tiere lieben“, erklärte Martin Pfeffer von der veterinärmedizinischen Fakultät. Man müsse sich jedoch bewusst machen, dass die Arbeitszeiten immens, die Bezahlung dagegen vergleichsweise bescheiden sei. Immer noch gelte vielerorts die Sechs-Tage-Woche.

Viele der jungen Absolventen zieht es in städtische Kliniken oder Kleintierpraxen, wo eher geregelte Arbeitszeiten locken als auf dem Land. „Viele wollen in einem Angestelltenverhältnis praktizieren“, sagte der Präsident der Landestierärztekammer, Hans-Georg Möckel. Anders als bei den Humanmedizinern gebe es keinen Tarifvertrag. „Aber wir appellieren, dass ja auch der Nachwuchs etwas verdienen muss“, so Möckel.

Rund 1230 Tiermediziner gibt es derzeit im Freistaat, 570 betreiben eine eigene Praxis. Nur wenige lassen sich allerdings mit einer eigenen Praxis auf dem Land nieder. Auf Nutztiere wie Schweine, Schafe und Rinder haben sich gerade einmal 46 Mediziner spezialisiert, 2002 waren es noch mehr als 60.

dpa

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