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Sachsens Erdbeerbauern erwarten gute Ernte

Sachsens Erdbeerbauern erwarten gute Ernte

Bei Erdbeeren-Funck in Oberhäslich bei Dippoldiswalde gab der Sächsische Obstbauverband gestern offiziell den Erntestartschuss. Eigentlich werden ja an den Saisonverkaufsstellen schon seit zwei Wochen die ersten in Sachsen geernteten süßen Früchte angeboten.

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Blütenkönigin Cathrin Petermann erntet erste reife Beeren auf dem Feld von Bauer Funck in Oberhäslich. Die Selbstpflücke startet dort Ende nächster Woche.

Quelle: Flechtner

Die Erdbeersaison beginnt. Doch nun geben in den nächsten zwei Wochen die Obstbauern auch die Felder für die Selbstpflücker frei. "Es ist einer der frühesten Erntestarts der vergangenen 20 Jahre", weiß Gerd Kalbitz, der Vorsitzende des Landesverbandes "Sächsisches Obst" e.V. Der späteste war 1996. Da wurde erst am 15. Juni die Erdbeerernte eingeläutet.

Nach dem durch das Wetter verursachten Desaster im vergangenen Jahr hofft der Obstbauverband Sachsen diesmal wieder auf eine gute Erdbeerernte. Allerdings wurde die Ernteerwartung von ursprünglich 4400 Tonnen wieder etwas nach unten korrigiert. Grund sind die frostigen Nächte vor Ostern. "Dadurch kann es zu 10 bis 20 Prozent Minderertrag kommen", so Kalbitz. Doch die genauen Auswirkungen sind für die Obstbauern schwer abzuschätzen. Es kommt darauf an, wie sich das Wetter jetzt entwickelt. "Bleibt es die nächsten drei Wochen extrem heiß und trocken, kann die Erntezeit ganz schnell wieder vorbei sein", so Udo Jentzsch vom sächsischen Obstbauverband. Aber das hofft natürlich niemand. Schließlich sind Erdbeeren sehr beliebt. Im Schnitt verputzt jeder Deutsche pro Jahr 3,5 Kilo. Die Sachsen haben da mit 3,3 Kilo allerdings noch etwas Nachholebedarf.

Schon seit Dienstag kann man auf dem Feld des Obstbaubetriebes Görnitz an der Cliebener Straße zwischen Brockwitz und Sörnewitz Erdbeeren pflücken. "Wir haben komplett seit März gewässert und gedüngt, durch das Abdecken mit Vlies auf einer großen Fläche die Ernte verfrüht", erklärt Michael Görnitz die Strategie seines Unternehmens. Dem Frost bot man ebenfalls durch Vliesabdeckungen, Frostschutzberegnung und dem Verfeuern von Holz in großen Kisten die Stirn. "Ein großer Aufwand, aber dadurch haben wir nur bei den mittelfrühen Sorten ein paar Schäden. Allerdings kommen da schon wieder viele Blüten nach. Große Früchte gibt es offenbar schon reichlich. "Es geht Ruck Zuck und ein Körbchen ist voll", wirbt der Coswiger Obstbauer.

Größer ist der Schaden auf den Feldern des Obsthofes Schlage in Pillnitz. "Wie sind hier am kältesten Punkt in Dresden, hatten zwei Nächte vor Ostern minus vier Grad. Bei den frühen Erdbeeren sind die Blüten erfroren, von den Johannisbeeren und Stachelbeeren über 50 Prozent", berichtet Regina Schlage. Doch trotzdem werden die Erdbeer-Selbstpflücker auch im Obsthof Schlage wieder auf ihre Kosten kommen, voraussichtlich ab Anfang Juni.

Ansonsten startet in den nächsten Tagen die Selbstpflücke im Dresdner Elbtal und vereinzelt im sächsischen Tiefland bis Leipzig. Zwischen 28. und 30. Mai folgen laut Obstbauverband die höheren Lagen außerhalb des Elbtales, der Raum Leipzig, die Lausitz und die Vorgebirgsregion und Anfang Juni schließlich die Erzgebirgslagen. Die Erdbeeranbaufläche ist seit 2006 rückläufig. 2006 waren es laut Statistik des Landesverbandes "Sächsisches Obst" 497 Hektar, jetzt sind es 408 Hektar - zehn Hektar weniger als 2013. Der Zahlenvergleich ist aber schwierig, denn seit 2012 gehört Sachsen-Anhalt zum Obstbauverband Sachsen.

Mit Blick auf die Einführung des Mindestlohnes in Deutschland schaut Gerd Kalbitz nicht gerade optimistisch in die Zukunft. "Die in Deutschland angebauten Erdbeeren werden so teuer, dass uns der Handel die nicht mehr abnimmt, sondern lieber auf polnische bzw. spanische Erdbeeren zurückgreift. Nach der Einführung des Mindestlohnes in Frankreich und Holland ist dort die Erdbeerproduktion auch stark zurückgegangen."

Ein anderer Punkt macht Harald Funck zu schaffen, der mit seiner Frau, fünf fest angestellten Mitarbeitern und Saisonkräften 32 Selbstpflückefelder in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt sowie je eins in Bayern sowie in Tschechien bewirtschaftet. "Grundsätzlich finde ich das Anliegen richtig, die Leute so zu bezahlen, dass sie von ihrer Arbeit auch leben können. Ein Problem ist, dass der Mindestlohn auch für Saisonkräfte gilt. Die haben jedoch deutlich weniger Abgaben und Abzüge, also am Ende viel mehr verdient als die Festangestellten. Das kann zu Unfrieden führen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.05.2014

Catrin Steinbach

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