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Sachsens BA-Chefin Cordt: Sachsen profitiert kaum wegen zu geringer Zuwanderung

Sachsens BA-Chefin Cordt: Sachsen profitiert kaum wegen zu geringer Zuwanderung

Der Chefin der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, Jutta Cordt, zufolge profitiert Sachsen bisher kaum von der Zuwanderung von ausländischen Fachkräften.

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Sachsens Regionaldirektorin der Bundesagentur für Arbeit, Jutta Cordt.

Quelle: dpa

Aus Bulgarien und Rumänien etwa kämen nur wenige Menschen, sagte sie im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Von Armutszuwanderung zu sprechen, sei nicht gerechtfertigt

Frage: Wie viele Menschen aus dem Ausland arbeiten derzeit in Sachsen?

Jutta Cordt: Aktuell sind es 26.200 Frauen und Männer. Das sind 8700 ausländische Arbeitnehmer mehr als 2007. Mit 1,8 Prozent bewegt sich deren Anteil an der Gesamtbeschäftigung aber weiter auf sehr niedrigem Niveau. Das zeigt auch, dass Sachsen derzeit nur wenig von der Zuwanderung profitiert. Ob das Land für ausländische Fachkräfte attraktiver wird, hängt viel von den Unternehmen selbst ab, von der Höhe der gezahlten Löhne und guten Arbeitsbedingungen. Aber auch die Lebenshaltungskosten, das kulturelle Angebot und die Akzeptanz von Menschen aus dem Ausland bei der einheimischen Bevölkerung spielen eine Rolle.

Aus welchen Ländern kommen die meisten Zuwanderer? In welchen Branchen arbeiten sie?

Die meisten ausländischen Arbeitnehmer kommen aus den Nachbarländern. Für Polen, Tschechen und Ungarn ist Sachsen wegen der Nähe zur Heimat oft attraktiv. Mit mehr als 8200 Beschäftigten kam etwa jeder dritte ausländische Arbeitnehmer aus diesen Ländern. Die meisten von ihnen arbeiten im Dienstleitungsbereich, im Handel, in der Gastronomie und im Verarbeitenden Gewerbe.

Und wie viele von ihnen sind ohne Beschäftigung?

Im Jahr 2013 waren durchschnittlich 9200 Ausländer arbeitslos gemeldet. Mit 4,6 Prozent liegt deren Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit auf geringem Niveau. Sprachdefizite, die fehlende Anerkennung von Berufsabschlüssen und manchmal auch Vorurteile sind bei einer Vermittlung oft hinderlich. Um die Arbeitsmarktchancen für diese Frauen und Männer zu verbessern, ist ebenfalls ein weiterer Ausbau der Willkommenskultur nötig.

Wie sehen Sie die aktuelle Debatte zur angeblichen Sozialzuwanderung aus Rumänien und Bulgarien?

Von den 1,5 Millionen Beschäftigten in Sachsen kommen aktuell nur etwas mehr als 670 aus Rumänien und fast 520 aus Bulgarien. Von den rund 9200 ausländischen Arbeitslosen kommen nur 1,3 Prozent aus Rumänien und 1,1 Prozent aus Bulgarien. Bei den Arbeitslosengeld-II-Empfängern macht deren Anteil zusammen nur etwa 6 Prozent aus. Diese Zahlen rechtfertigen aus heutiger Sicht nicht, die Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien pauschal als Armutszuwanderung zu bezeichnen.

Welchen Beitrag kann Zuwanderung leisten, um den Fachkräftemangel zu reduzieren?

Fachkräfte sind in einigen Bereichen tatsächlich knapp - auch in Sachsen. Zuwanderung ist da eine Möglichkeit, diesen Bedarf zu sichern. Für die Arbeitsagentur steht aber zunächst die Vermittlung der arbeitslosen Menschen hier im Mittelpunkt. Die Initiative der Agenturen und gemeinsamen Jobcenter „AusBildung wird was - Spätstarter gesucht“ soll Menschen zwischen 25 und 35 Jahren ermutigen, einen Berufsabschluss zu erwerben und damit dauerhaft auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Auch das ist ein Weg, um Fachkräfte zu gewinnen.

Die gelernte Juristin Jutta Cordt (50) stammt aus Herne in Nordrhein-Westfalen und steht seit 2009 als Vorsitzende der Geschäftsführung an der Spitze der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit in Chemnitz. Zuvor war sie in der Zentrale der Bundesagentur in Nürnberg sowie in der Führungsspitze der Arbeitsagentur Rheinland-Pfalz-Saarland tätig.

Ralf Hübner, dpa

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