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Sachsen setzt weiter langfristig auf Braunkohle – Linke und Grüne fordern Eile

Sachsen setzt weiter langfristig auf Braunkohle – Linke und Grüne fordern Eile

Sachsen setzt bei der Energieversorgung langfristig auf einheimische Braunkohle. Das machte Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) am Mittwoch in einer Erklärung im Dresdner Landtag klar.

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Braunkohle-Abbau

Quelle: dpa

Einen Termin für den Ausstieg aus der Braunkohle und die komplette Versorgung mit erneuerbarer Energie nannte er nicht. „Aber selbst unter den optimistischsten Annahmen der Forscher werden wir auch in 40 Jahren noch auf Energie aus Kohle, Gas und Erdöl angewiesen sein." Bezahlbare Energie sei die Grundlage für den Wohlstand in Deutschland. Als Brückentechnologie sei die Braunkohle „Partner der erneuerbaren Energien".

Die „grünen Energien" sieht Tillich in Sachsen auf gutem Weg. Deren Anteil am Bruttostromverbrauch soll in zehn Jahren ein Drittel betragen, bisher war dafür eine Größenordnung von 24 Prozent genannt worden. Zugleich wiederholte Tillich eine frühere Aussage, wonach die sächsische Energieversorgung mit Strom und Wärme erst in 100 Jahren ausschließlich aus erneuerbaren Energien realisiert wird. „Und wenn es eher wird, umso besser", ergänzte er am Mittwoch. Eile bei der Vorlage eines neuen Energiekonzeptes hält er für unangebracht. Jetzt „Zwischenergebnisse" vorzulegen, sei kontraproduktiv. Erst müsse beim Bund eine Entscheidung über die Rahmenbedingungen fallen.

Tillich kündigte ein Programm zur Förderung von Brennstoffzellen an. Ähnlich wie das frühere 1000-Dächer-Programm zur Nutzung der Solarenergie soll das 1000-Keller-Programm die häusliche Versorgung mit Brennstoffzellen ermöglichen. Tillich machte geltend, dass das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme in Dresden bei der Entwicklung von Brennstoffzellen weltweit führend sei. Einen konkreten Zeitplan für das Programm nannte Tillich nicht. Der Freistaat werde es „angemessen" fördern.

Angesichts des geplanten Ausstiegs aus der Atomkraft hatte die Opposition klare Aussagen zur Energiepolitik verlangt und dabei auch das Ende der Braunkohle thematisiert. Die Grünen halten das schon 2030 für möglich, die SPD erst 2050. Die Linken wählten mit 2040 die Goldene Mitte. CDU-Fraktionschef Steffen Flath fand diese Debatte „albern". Er warnte vor einer überhasteten Energiewende. Die Linken warfen Tillich dagegen vor, die Entwicklung zu verschlafen. „Sie sitzen ganz offenkundig im Schlafwagen, während andere schon längst auf den Schnellzug umgestiegen sind", sagte Fraktionschef André Hahn.

Die SPD vermochte in der Erklärung „nichts Substanzielles" zu erkennen und sah „Tillich ohne Energie". Sachsen solle sich mehr um Speichertechnologien kümmern, meinte Ex-Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD). Eine Ansammlung von Taktiken sei noch lange keine Strategie, monierte Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau. Sachsen dürfe sich nicht auf die Braunkohleverstromung der DDR festnageln lassen. Hermenau wünschte sich „doppelt soviel Ehrgeiz" für die regenerativen Energien. Dann sei es möglich, schon 2020 drei Viertel des Strombedarfs in Sachsen mit „Erneuerbaren" zu decken.

dpa

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