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Sachsen droht neue Leerstandswelle - Gegenläufiger Trend in Leipzig und Dresden

Sachsen droht neue Leerstandswelle - Gegenläufiger Trend in Leipzig und Dresden

Auf Sachsen kommt in den nächsten Jahren eine neue Leerstandswelle zu. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Demnach steigt die Zahl der leerstehenden Wohnungen landesweit bis zum Jahr 2020 um etwa 150.000 an, wie aus dem Wohnungsbaumonitoring der Sächsischen Aufbaubank (SAB) für das Jahr 2011 hervorgeht.

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So sah es 2007 an der Neuen Leipziger Straße in Grünau aus. Die von der LWB „Eiger Nordwand“ genannten 11-Geschosser sind längst verschwunden. (Archivbild)

Quelle: Armin Kühne

Lediglich Dresden und Leipzig sind demnach von dem Trend ausgenommen. Gründe für die sinkende Nachfrage sind laut Bericht vor allem der Bevölkerungsrückgang und die zurückgehende Zahl der Privathaushalte. Laut Schätzungen werden 2020 in Sachsen nur noch 3,9 Millionen Menschen leben - heute sind es 4,2 Millionen.

„Der Rückbau von Wohngebäuden muss weiter forciert werden", sagte eine Sprecherin der SAB. Die Kommunen müssten sich auf ein geordnetes Schrumpfen einstellen. Allerdings habe sich der Wohnungsmarkt in den vergangenen zehn Jahren stabilisiert - allein bei den Mietwohnungen ist der Leerstand im Freistaat von 19,2 Prozent (2002) auf 11,2 Prozent (2010) gesunken - mehr als 100 000 Wohneinheiten wurden abgerissen. Allerdings reichten die Gelder künftig nur noch für den Abriss von 50 000 Wohnungen - zu wenig, um den aktuellen Stand zu halten, hieß es.

Nach Angaben des Innenministeriums standen den Kommunen in Sachsen im vergangenen Jahr mehr als 49 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Stadtumbau Ost" zu, für 2012 sind 48,5 Millionen Euro vorgesehen. Die Gelder fließen sowohl in den Rückbau als auch in die Aufwertung von Gebäuden und Innenstädten.

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Der Plattenbau "Straßburg" am Straßburger Platz in Dresden.

Quelle: Dietrich Flechtner

Allein in Dresden wurden im Rahmen des Förderprogramms bisher 6661 Wohnungen abgerissen, in diesem Jahr sollen weitere 434 folgen. Rund 28 450 Wohnungen standen Ende 2010 leer - etwa 9,7 Prozent. Künftig werde der Fokus weniger auf dem Abriss liegen, teilte die Stadtverwaltung mit. Angesichts steigender Bevölkerungszahlen gehe es eher darum, den öffentlichen Raum schöner zu gestalten. In Leipzig sind rund 34 000 Einheiten unbewohnt (10,5 Prozent). Vor allem in großen Neubaugebieten wie Grünau gebe es weiteren Rückbaubedarf. Bis Ende 2011 wurden in Leipzig insgesamt 12 200 Wohnungen abgerissen.

In den nächsten Jahren geht der Trend nach Expertenmeinung zum altersgerechten Wohnen. „Das Thema ist brandaktuell, das geht jetzt erst richtig los", sagte Axel Viehweger, Vorstand des Verbandes der Wohnungsgenossenschaften (VSWG) in Dresden. Es habe sich bereits einiges auf dem Wohnungsmarkt getan, so gebe es bereits viele barrierefreie Wohnungen ohne Schwellen, dafür mit breiten Türen und ebenerdiger Dusche. „Ziel muss es sein, dass Senioren so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben können", so Viehweger. Eine clevere Möglichkeit des Stadtumbaus sei zudem auch ein Teilabriss - etwa aus einem Sechs- einen Dreigeschosser zu machen. „Dann können die Menschen in ihrem Kiez bleiben, die vorhandene Infrastruktur bleibt erhalten." Laut Viehweger braucht Sachsen in den nächsten Jahren eine flexible Förderung von Bund und Land - ob für Abriss, Tilgung von Altschulden oder Neubau, um Brachen zu schließen - „Stadtumbau Ost muss weitergehen."

In der Vereinigten Leipziger Wohnungsgenossenschaft sind die Bewohner im Schnitt 57 Jahre alt. „Grund genug, sich mit dem Thema Wohnen im Alter intensiv zu beschäftigen", sagte Sprecher Christian Glöckner. Die Genossenschaft hat 2011 deshalb eine Modellwohnung eingerichtet, um verschiedene Entwicklungen zu testen. Besonders beliebt sei die absenkbare Gardinenstange gewesen, die Haushaltsunfällen vorbeugen soll. Auch Funklichtschalter, die überall aufgeklebt werden können oder eine Heizungssteuerung, die die Temperatur anhand von Bewegungsmeldern regelt, seien gut angekommen. Von den 7200 Wohnungen im Bestand seien zahlreiche bereits auf die Bedürfnisse von Senioren ausgerichtet, so Glöckner.

Nach Angaben der SAB ist derzeit jeder vierte Sachse älter als 65 Jahre, 2030 wird es bereits jeder dritte sein.

Christiane Raatz, dpa

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