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Ölpreisverfall setzt Exxon und Co. zu

Öl Ölpreisverfall setzt Exxon und Co. zu

ExxonMobil, der größte nichtstaatliche Ölkonzern der Welt, verdient 63 Prozent weniger. Das schwächste Quartalsergebnis seit 1999 folgt auf eine Reihe weiterer schlechter Nachrichten. Der Marktführer steht stellvertretend für eine gebeutelte Branche. Doch es gibt Hoffnung.

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Obwohl Exxon die Produktion um 1,8 Prozent steigerte, gingen die Einnahmen wegen des massiven Preisrückgangs bei Rohöl kräftig zurück. Foto: Justin Lane

Irving. Der US-Ölriese ExxonMobil hat eine rabenschwarze Woche hinter sich: Zuerst kassierten die Bonitätsprüfer von Standard & Poor's (S&P) erstmals seit fast fünf Jahrzehnten das Spitzen-Rating "AAA" des Konzerns, dann gaben die Texaner die niedrigste Dividende seit 34 Jahren bekannt.

Am Freitag dann meldete Exxon den geringsten Quartalsgewinn seit dem Jahr 1999. Die Misere hat einen simplen Grund: den Ölpreisverfall. In den letzten zwei Jahren hat sich der Preis für Rohöl mehr als halbiert.

Die gesamte Branche ächzt darunter - der US-Marktführer leidet sogar noch auf vergleichsweise hohem Niveau. Die Hoffnung auf eine Trendwende nimmt zwar zu. Zuletzt ging es am Ölmarkt deutlich nach oben. Mittlerweile haben die Preise für US-Öl und für Nordsee-Öl jeweils die höchsten Stände seit etwa einem halben Jahr erreicht.

Doch auch wenn sich die Aussicht aufhellt - derzeit leckt die Branche ihre Wunden. "Herausfordernde Umstände" habe die Industrie zu bewältigen, kommentierte Exxon-Chef Rex Tillerson nüchtern das schlechteste Quartalsergebnis seines Unternehmens seit über 15 Jahren. Auf 1,8 Milliarden Dollar (1,6 Mrd Euro) - um 63 Prozent verglichen mit dem Vorjahreswert - brach der Überschuss des am Börsenwert gemessen weltgrößten Ölkonzerns ein.

Im Vergleich zur Konkurrenz geht es Exxon damit noch gut. Die Raffinerie-Sparte, zu der die Herstellung von Benzin, Diesel und anderen aus Rohöl und Gas gewonnenen Produkten gehört, sorgt für Schadensbegrenzung. Da Tillerson auch kräftig auf die Kostenbremse getreten hat, verdient das Unternehmen trotz aller Belastungen weiter Milliarden.

Davon kann der größte US-Konkurrent Chevron nur träumen. Im ersten Quartal fiel ein Verlust in Höhe von 725 Millionen Dollar (637 Mio Euro) an, wie der Konzern mitteilte. Internationalen Rivalen geht es ähnlich schlecht. Beim britischen Ölgigant BP stand im ersten Vierteljahr 2016 ein Minus von 583 Millionen Dollar in der Bilanz. Wettbewerber wie Shell, Statoil oder Total tun sich ebenfalls schwer.

Richtig ins Kontor schlagen die niedrigen Preise aber vor allem den kleineren Firmen der US-Frackingbranche. Die Pleiten nehmen zu: Erst vor gut zwei Wochen mussten die Öl- und Gasproduzenten Energy XXI und Goodrich Petroleum Insolvenz anmelten. Das Analysehaus Wolfe Research geht davon aus, dass etwa einem Drittel der US-Gas- und Ölfirmen das Aus droht. Viele Fracker halten sich mit immer teureren Krediten über Wasser, so dass das dicke Ende noch kommen könnte.

Allerdings ist der US-Fracking-Boom - das rasante Wachstum einer ökologisch umstrittenen Fördermethode, bei der Schiefergas und -öl mit Chemikalien gelöst werden - auch einer der Hauptgründe für den Preisrutsch der vergangenen Jahre. Durch die Förderung dieser Technik konnten die US-Produzenten ihre Stellung im Ölgeschäft massiv ausbauen. Weil Ölstaaten wie Saudi-Arabien sich im Kampf um Marktanteile weigern, ihre Fördermengen zu drosseln, ist es weltweit zu einem erheblichen Überangebot an Rohöl gekommen.

dpa

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