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Nordrhein-Westfalen wird Pilotbezirk für Metall-Tarife

Tarife Nordrhein-Westfalen wird Pilotbezirk für Metall-Tarife

Die Metall-Tarifverhandlungen sind am Montag gut vorangekommen. Nun wollen IG Metall und Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen den Sack zumachen.

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Demonstranten während eines Warnstreiks vor dem Mercedes-Benz Werk in Sindelfingen.

Quelle: Franziska Kraufmann

Frankfurt/Köln. Der Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie soll in Nordrhein-Westfalen gelöst werden. Nach "konstruktiven" Verhandlungen vom Vortag haben der Vorstand der IG Metall wie auch Gesamtmetall beschlossen, die Verhandlungen im mitgliederstärksten Tarifgebiet fortzusetzen.

Verhandelt wird am Donnerstag in Köln, wie beide Seiten mitteilten. Bis dahin wird es nach Ankündigungen der Gewerkschaft weiterhin massive Warnstreiks geben.

Erstmals seit sechs Jahren könnte damit ein Pilotabschluss für die wichtige Metall- und Elektroindustrie wieder in Nordrhein-Westfalen gefunden werden. Bereits für den Mittwoch vereinbarte Gespräche im Dauer-Pilotbezirk Baden-Württemberg wurden auf Freitag verschoben.

Die Tarife für Deutschlands wichtigsten Industriezweig mit rund 3,8 Millionen Beschäftigten werden regelmäßig zunächst regional verhandelt. Im Laufe der Gespräche kristallisiert sich dann ein Pilotbezirk heraus, dessen Abschluss schließlich auf die anderen Tarifgebiete übertragen wird. An den nun für Köln geplanten finalen Verhandlungen nehmen regelmäßig auch die Bundesspitzen der IG Metall und des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall teil.

Am Montag hatten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber in der NRW-Stadt Neuss in der vierten Runde so weit angenähert, dass offenbar beide Seiten einen Durchbruch noch vor Pfingsten für möglich halten. Beide Seiten beschrieben die Gespräche als "konstruktiv und konzentriert".

"Wir verhandeln über ein Gesamtpaket aus Lohnzahl, Laufzeit und differenzierender Wettbewerbskomponente", sagte der Arbeitgeber-Verhandlungsführer Arndt Kirchhoff. Der tarifpolitische Werkzeugkasten sei weit geöffnet. Darunter versteht man unter anderem Ausnahmeregeln für schwache Unternehmen oder auch längere Laufzeiten.

Der IGM-Verhandlungsführer Knut Giesler trat in seiner Stellungnahme auf die Euphorie-Bremse: "Das Knäuel möglicher Lösungsfäden und Konfliktlinien ist noch keineswegs entwirrt. Wir haben am Montag begonnen daran zu arbeiten und werden dies am Donnerstag fortsetzen. Dabei besteht aber nach wie vor die Gefahr, dass an Fäden gezogen wird, die den Knoten unauflösbar verschließen."

Die IG Metall steigerte ihre bundesweiten Warnstreiks. Schwerpunkt war dieses Mal Bayern und das Tarifgebiet Küste. Allein in Hamburg kamen am Morgen mehr als 4000 Beschäftige zu einer Kundgebung auf dem Spielbudenplatz zusammen. Bundesweit waren es laut IG Metall rund 120 000, so dass die Gesamtzahl der Teilnehmer seit Aktionsbeginn auf 530 000 anschwoll.

Auch in den kommenden Tagen würden die Warnstreiks im geplanten Umfang weitergeführt, erklärte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann. Vor der nächsten Verhandlung soll es am Donnerstag in Köln noch eine große Demonstration geben. Kirchhoff warnte davor, die Arbeitsniederlegungen zu verschärfen.

Die Gewerkschaft fordert 5 Prozent mehr Geld innerhalb einer einjährigen Laufzeit. Die Arbeitgeber haben für 24 Monate Entgelterhöhungen in zwei Stufen angeboten, die sich auf 2,1 Prozent summieren - dazu soll es eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent geben.

dpa

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