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Neuer Zoff bei Unister - Gründer Wagner schreibt offenen Brief

Neuer Zoff bei Unister - Gründer Wagner schreibt offenen Brief

Das Leipziger Internet-Unternehmen Unister legt sich mit Deutschlands führender Wirtschaftszeitung an: In einem offenen Brief griff Unister-Gründer Thomas Wagner gestern das "Handelsblatt" an.

Leipzig.

Das angesehene Fachblatt aus Düsseldorf hatte am Montag auf einer kompletten Doppelseite über die Leipziger Firma berichtet. "Mit Ihrem Bericht haben Sie unserem Unternehmen großen Schaden zugefügt", schrieb Wagner gestern an die beiden Chefredakteure der Fachzeitung.

Unter der Überschrift "Das Himmelfahrtskommando" stand dort, dass "dem einstigen Vorzeige-Start-up" wegen zu hoher Schulden nun der Ruin drohe. Das Unternehmen hatte das umgehend zurückgewiesen. "Das ist totaler Quatsch", so Sprecher Dirk Rogl gegenüber der Leipziger Volkszeitung. Jetzt legte sein Chef persönlich nach. Der Bericht sei "außerordentlich einseitig" und trage Züge einer "kampagnenhaften Berichterstattung gegen unser Unternehmen".

Zugleich erhob Wagner schwere Vorwürfe gegen seinen früheren Weggefährten Daniel Kirchhof. Der hatte Unister einst mitbegründet und stand bis vor Kurzem mit an der Spitze. "Herr Kirchhof steht im Verdacht, Unternehmensgelder in nicht unerheblicher Höhe veruntreut zu haben", schrieb Wagner. Details wollte sein Sprecher auch auf Nachfrage nicht nennen.

Kirchhof wies den Vorwurf umgehend zurück. "Dem widerspreche ich ganz entschieden", sagte er der LVZ. "Das stimmt nicht." Er werde das Schreiben nun seinem Anwalt zur Prüfung übergeben. Die Sache könnte dann vor Gericht landen. Das wäre nicht der erste Prozess: Erst Ende Juni hatte Kirchhof vor dem Landgericht Leipzig einen Sieg gegen Unister errungen. Per einstweiliger Verfügung wurde dem Unternehmen untersagt, mehrere zuvor erhobene Vorwürfe zu wiederholen. So darf Unister nicht mehr behaupten, dass Kirchhof seine Verschwiegenheitspflichten als Aufsichtsrat verletzt hätte. Der nun erhobene Vorwurf habe mit denen von damals aber nichts zu tun, erklärte ein Unister-Sprecher. "Das ist ein völlig neuer Punkt, den Herr Wagner erstmals anspricht."

Hintergrund des Angriffs: Das "Handelsblatt" hatte ausgiebig aus einem Brief Kirchhofs zitiert, in dem dieser mit der Unister-Spitze abrechnete. Dabei müsste sich Wagner eigentlich an schlechte Medienberichte längst gewöhnt haben. Erst im Juni hatte der "Spiegel" groß berichtet - und das Unternehmen als "Irrenhaus" skizziert. Damals hatte Wagner es noch seinem Holding-Geschäftsführer Matthias Steinberg überlassen, das Bild ein wenig gerade zu rücken. Beim "Handelsblatt" griff der Gründer nun selbst zur Tastatur.

Er könne beim besten Willen nicht nachvollziehen, "aus welchen Gründen uns, wie von Ihnen behauptet, der Ruin drohen soll", schreibt Wagner. Zwar sei Unister "zu einem gewissen Grad" fremdfinanziert. Eine Gefahr sei das aber nicht. Und operativ habe Unister 2014 Gewinn gemacht. "Ein wichtiger Treiber des Wachstums ist die sehr profitable Reisesparte." Zwar seien die Gewinnmargen im Reisegeschäft dünn. Doch das sei in der Branche normal. Hier komme es am Ende auf Masse an - und die liefere Unister mit einem vermittelten Reiseumsatz von zuletzt zwei Milliarden Euro. Die Behauptung, dass kontinuierlich mehr Geld aus dem Unternehmen heraus- als hineinfließe, bezeichnete Wagner als "schlichtweg falsch".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.08.2015

Frank Johannsen

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