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Narva-Nachfolger bringt die Glühlampe zurück

Narva-Nachfolger bringt die Glühlampe zurück

Die Glühlampe kehrt zurück. Rund 160 Jahre nach der Erfindung schien mit einer Verordnung der Europäische Union zur Energieeffizienz - umgangssprachlich auch Glühlampenverbot genannt - deren Ende besiegelt.

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Entwicklungsleiter Markus Winkler misst am 16.06.2015 auf dem Prüfstand brennende "vosLED-Glühbirnen" in der Vosla-GmbH in Plauen (Sachsen). Ein Unternehmen aus Plauen will die Gühlampe mit Hochtechnologie retten. Es ersetzt den Glühfaden durch LED-Stäbchen macht sie so zur Energiesparlampe.

Quelle: Jan Woitas, dpa

Doch jetzt will einer der Nachfolgebetriebe des DDR-Herstellers Nava, die Vogtländische Speziallampen GmbH (Vosla), der Birne zum Comeback verhelfen.

Statt des glimmenden Wolframdrahtes von einst leuchten jetzt gelbliche, mit Hunderten Mini-Leuchtdioden (LEDs) besetzte Stäbchen im Inneren des vertrauten Glaskolbens. Mit dieser Idee will das eigentlich auf Halogenlampen für Autos, Züge und Flughäfen spezialisierte Unternehmen groß in den Massenmarkt einsteigen. "In Europa werden jährlich zwei Milliarden Lampen dieser Fassung gewechselt", sagt Vosla-Chefentwickler Markus Winkler. "Das hat großes Potenzial."

Seit etwa einem Jahr sind die Plauener mit dieser Retro-Lampe auf dem Markt. "Es soll ein wichtiges Standbein werden", sagt Winkler. Rund 15 verschiedene Lampenmodelle hat das Unternehmen schon auf den Markt gebracht. Die Reaktion der Elektrogroßmärkte blieb bisher aber verhalten.

"Wir brauchen noch etwas Zeit", sagt Winkler. Er glaubt fest an den Erfolg der LED-Lampe. Da sei vor allem der geringe Energieverbrauch. "Wenn eine Lampe von 40 Watt durch eine mit 4 Watt ersetzt wird, dann sind das 90 Prozent Energieeinsparung." Weitere Vorteile seien die gewohnte Retro-Form und das warme Licht - von 2700 Kelvin Farbtemperatur spricht der Fachmann, wie bei der früheren Glühlampe. Dennoch mag vielen der Preis von 15 bis 20 Euro erst einmal teuer vorkommen - dafür hält sie nach Herstellerangaben ewig.

Und für Küche oder Büro sei die Lampe nicht vorrangig gedacht. "Aber wenn es am Abend zu Hause gemütlich sein soll, bei einem Buch oder einem Glas Rotwein." Auch bei romantischen, alten Gemäuern sei sie richtig, wo es auf die Optik ankomme.

Ursprünglich hätten sie nur versucht, LEDs mit Gas zu kühlen, erzählt Winkler. "Aber dann haben Leute unsere Konstruktion gesehen und gesagt: "Die wollen wir haben"." Im Gewindesockel steckt eine kleine Platine mit einer elektronischen Schaltung zur Ansteuerung der LED-"Glühfäden". Mittlerweile ist die Erfindung schon mehrfach preisgekrönt, zuletzt sogar in Italien.

Vosla wurde 1948 als VEB Glühlampenwerk Plauen gegründet und produzierte zu DDR-Zeiten unter dem Namen Narva. Nach der Wiedervereinigung übernahm Philips den Betrieb 1990 als Narva Glühlampenwerk. 2012 kaufte Bavaria Industries die Fabrik mit 370 Mitarbeitern. Pro Jahr werden heute etwa 60 Millionen Lampen der Marken Narva und Vosla hergestellt.

Die Rechnung der Plauener könnte aufgehen. Laut einem Sprecher des Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie in Frankfurt werde auf dem Beleuchtungsmarkt derzeit eine "rasante Entwicklung in Richtung LED" beobachtet. Zwar lägen die Halogen-Glühlampen im Verkauf noch immer weit vorn. Aber die LED hole auf.

Womöglich gibt es die LED-Birnen aus Plauen bald sogar bei Ikea zu kaufen. Der Möbelkonzern, laut Verband einer der bundesweit größten Lampenhändler, will nach eigenen Angaben sein Sortiment ab September komplett auf LED umstellen. Ab Herbst gebe es auch ein Produkt mit LED-Stäbchen - ähnlich den patentierten Vosla-Lampen. Wer sie herstellt, wurde bisher nicht verraten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.08.2015

Ralf Hübner

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Von Redakteur Ralph Hübner

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