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Nach dem Ende von MZ: Motorradmanufaktur ZPmoto fertigt Maschinen in Zschopau

Nach dem Ende von MZ: Motorradmanufaktur ZPmoto fertigt Maschinen in Zschopau

Der legendäre Motorradbauer MZ ist seit dem Frühjahr Geschichte - das Ende des Motorradbaus in Zschopau ist es nicht. Ganz klein im Hinterzimmer eines Möbelhauses schrauben eine Hand voll Enthusiasten in Handarbeit an neuen Maschinen.

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Den Sattel für ein weiteres Modell einer Enduro ZPsport setzt der Geschäftsführer der Motorradmanufaktur ZPmoto, Norbert Vogler, in Zschopau auf den Rahmen.

Quelle: dpa

Sie wollen die lange Tradition des Motorradbaus in der Stadt am Leben erhalten; wenn auch in deutlich kleinerer Dimension als einst.

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Wie viele davon schon verkauft wurden, will der 40-Jährige nicht verraten. Nur so viel: Es gebe Anfragen aus Australien, den USA und Brasilien.

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„Wir sind in Zschopau groß geworden und wollen, dass hier weiter Motorräder gebaut werden“, sagt der Gesellschafter und Geschäftsführer der Motorradmanufaktur ZPmoto, Norbert Vogler. Vor etwa drei Jahren wurde das Unternehmen gegründet, seit vergangenem Februar werden die ersten Modelle der Enduro ZPsport 449 ausgeliefert. Wie viele davon schon verkauft wurden, will der 40-Jährige nicht verraten. Nur so viel: Es gebe Anfragen aus Australien, den USA und Brasilien.Seit 1922 werden in Zschopau Motorräder gebaut.

Der Däne Jörgen Skafte Rasmussen hatte in seinem Unternehmen zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts zunächst Haushalts- und Werkstattgeräte und später - im Ersten Weltkrieg - auch Zündkapseln und Granatzünder herstellt. Später versuchte er es mit Dampf-Kraft-Wagen - DKW - und Motorrädern. Ende der 20er Jahre stieg DKW zu einem der größten Motorradhersteller der Welt auf. Das bekannteste DKW-Modell war damals die RT 125, die 1939 in Serie ging.An diese Erfolge konnte das in der DDR staatseigen gewordene Unternehmen unter dem Namen MZ (Motorradwerk Zschopau) anknüpfen.

Jährlich bauten dort 3000 Mitarbeiter bis zu 85 000 Maschinen. Sie wurden in rund 100 Länder geliefert. Nach der Wende wurde das Unternehmen privatisiert. Es ging 1991 pleite. Zum Schluss waren noch 750 Beschäftigte im Werk.1993 gab es zunächst unter dem Namen MuZ Motorrad- und Zweiradwerk GmbH einen Neustart. 1996 wurde das Werk von der malaysischen Hong Leong Industries Berhad (Kuala Lumpur) übernommen, die nach eigenen Angaben damit rund 70 Millionen Euro Verlust gemacht hat und deshalb im Juni 2008 die Produktion wieder einstellte.Die ehemaligen Motorradrennfahrer Martin Wimmer und Ralf Waldmann unternahmen mit weiteren Gesellschaftern 2009 einen weiteren Anlauf. Wimmer musste jedoch im September 2012 Insolvenz anmelden. Die Sanierung des Werkes scheiterte.

Geblieben ist ein Ersatzteilhandel, der inzwischen seinen Standort nach Schneeberg im Erzgebirge verlegt hat. MZ oder auch MuZ ist weg aus Zschopau.Gelegentlich kann Vogler Motorrad-Touristen beobachten, die einen wehmutsvollen Blick auf das ehemalige MZ-Firmengelände werfen.

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Daher ist die Brücke noch in einem sehr guten Zustand.

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Zahlreiche Künstler und Kreative haben im Wächterhaus günstigen Raum zum Arbeiten gefunden.

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Dieser Waschbär hatte sich an einem Sandsteinbau verklettert. (Archiv)

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Auch am Sonntag herrschte ein großer Andrang auf der eröffneten Waldschlößchenbrücke.

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Der Untergrund der Kappen wurde mit Bitumen isoliert. Dazwischen kam der Asphalt für die Autos.

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Klara Jurisch aus Dresden: "Die Waldschlößchenbrücke bringt etwas Modernes nach Dresden. Und ich glaube, noch unauffälliger hätte man sie kaum bauen können."

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Die anatomische Sammlung der Kunsthochschule könnte bald für Besucher geöffnet werden

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Längster Bus wird Star in MDR-Beitrag

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Die Baustelle auf der Borsbergstraße ist über einen Kilometer lang.

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Die nun im Hinterzimmer entstehende ZPsport 449 kostet fast 22 500 Euro. Sie sei etwas für Liebhaber, sagt Vogler. „Für Leute jenseits der 40, die gut Geld verdienen und sich das Motorrad gönnen, nachdem die Kinder aus dem Haus sind.“ Die Maschine im Retrodesign ähnelt den einstigen MZ-Geländemaschinen der 1960-er Jahre - der Benzintank ist gerundet, die Auspuffrohre aus Edelstahl sind bis unter die Sitzbank gezogen.„Wir Zschopauer sind stolz auf die Erfolge, die unsere Jungs früher auf MZ-Motorrädern eingefahren haben“, sagt Vogler; daher gibt es nun wieder eine Geländemaschine.

Im Geländesport holten MZ-Maschinen bis 1990 bei internationalen Wettbewerben viele Titel.Designer David Negrello aus Paris ließ sich für das neue Modell laut Vogler von den im Zschopauer Motorrad-Museum ausgestellten MZ-Maschinen inspirieren. Eine Metallbaufirma stellt Rahmen und Tank her, andere Teile werden zugekauft. Der Einzylinder-Viertaktmotor mit 449 Kubikzentimetern stammt vom spanischen Hersteller GasGas Motos. Ein Monteur schraubt alles zusammen. Etwa 50 Maschinen sollen jährlich produziert werden.

„Es ist wichtig, dass in der Stadt noch Motorräder produziert werden - wenn auch in nur geringer Stückzahl“, sagt der Zschopauer Oberbürgermeister Klaus Baumann (CDU). Die Stadt bezeichnet sich gern als Motorradstadt. Ohne die ZPmoto-Leute wäre nur die Geschichte davon geblieben. Das Stadtoberhaupt hat der Motorrad-Manufaktur erlaubt, das Stadtwappen auf die Verkleidung ihrer Maschinen zu kleben - wie einst bei MZ. „Das ist auch Werbung für die Stadt“, sagt der Bürgermeister.

Die ZPsport 449 passe in die Zschopauer Traditionslinie, meint die Chefin des Motorrad-Museums auf Schloss Wildeck, Ramona Hofmann. Und dennoch: „Das ist eine neue Ära“, sagt sie. Das sei nicht mehr ein Motorrad für die breite Masse - wie einst die Maschinen von MZ. In dem Museum sind rund 50 Maschinen ausgestellt, die den Motorradbau in der Stadt seit seinen Anfängen dokumentieren. Auch die ZPsport 449 werde eines Tages dort zu sehen, hofft die Museumschefin.

Ralf Hübner, dpa

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