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Leitmesse IAA: Autobranche erfindet sich neu

Auto Leitmesse IAA: Autobranche erfindet sich neu

Auch wenn die Absatzflaute in China den Autobauern zu schaffen macht: Auf der IAA will die Branche zeigen, dass sie sich trotz fortwährender konjunktureller Rückschläge selbst neu erfinden kann.

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Blick in die nahe Zukunft: Die Kombi-Lösung "Parrot RNB 6" für Apple CarPlay und Android Auto, mit der das Smartphone beim Fahren mit dem Auto verbunden werden kann.

Quelle: Britta Pedersen/Archiv

Frankfurt/Main. Vernetzt und selbstfahrend: Das Auto der Zukunft steht im Zentrum der Automesse IAA, die Mitte September in Frankfurt beginnt. 1103 Aussteller aus 39 Ländern präsentieren vom 17. bis zum 27. September die neuesten Trends und technologischen Highlights des Autojahres 2015.

210 Weltneuheiten sind angekündigt, rund ein Drittel mehr als vor zwei Jahren, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Freitag. Die Internationale Automobil-Ausstellung gilt als Leitmesse der globalen Autoindustrie. Die Hersteller zeigen bereits an zwei Pressetagen (15./16.09.) Neuheiten.

Unter dem Motto "Mobilität verbindet" legt die 66. IAA das Hauptaugenmerk auf "den Megatrend des vernetzten und automatisierten Fahrens", wie der VDA betonte. Die IAA zeige wie keine andere Messe die digitale Welt der Mobilität.

Gleichzeitig seien in Frankfurt konkrete Schritte in Richtung automatisiertes Fahren zu sehen, sagte Wissmann: "Bereits in wenigen Jahren werden Autos automatisch ins Parkhaus fahren und sich einen Platz suchen. Der Fahrer muss dazu nicht mehr am Steuer sitzen." Daneben werde die Messe vom Thema Elektromobilität geprägt.

Mit diesen grundlegenden Neuerungen erfindet sich die Autobranche gerade neu. "Die technische Revolution in der Automobilindustrie ist in vollem Gange", sagte Jürgen Pieper, Auto-Analyst beim Bankhaus Metzler. Der Elektromotor und das selbstfahrende Auto hätten das Zeug, das Bild auf den Straßen bald tiefgreifend zu wandeln.

Aus Sicht von VW-Chef Martin Winterkorn wird die Digitalisierung die deutsche Automobilindustrie in den nächsten Jahren stark verändern. "Unsere Branche und damit auch Volkswagen befinden sich mitten in einer digitalen Revolution", sagte Winterkorn der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag).

"Die Gefahr durch neue Wettbewerber sehe ich durchaus", meinte Winterkorn. Für die globalen Internetkonzerne wie Apple und Google sei es aber sicher leichter, ein reines Elektrofahrzeug zu bauen als ein Auto mit Verbrennungsmotor. Der VW-Konzern arbeite zwar projektweise auch mit Apple und Google zusammen. "Aber wir sind da sehr sensibel", sagte Winterkorn. "Die Qualität eines Autos wird sich künftig auch an der Qualität des Datenschutzes bemessen."

Zur Konjunkturlage sagte Winterkorn, China bleibe die "Wachstumslokomotive" der Automobilindustrie. Während das Geschäft in Europa wieder anzieht und in den USA rund läuft, ging der Absatz im Reich der Mitte zuletzt zurück.

Nach Jahren mit teilweise enormen Wachstumsraten gab der auch für deutsche Hersteller extrem wichtige Markt im August um 3,4 Prozent auf 1,4 Millionen Neufahrzeuge nach. Damit sind in China den dritten Monat in Folge weniger Autos verkauft worden als ein Jahr zuvor. Der wichtige Wachstumsmarkt entwickle sich immer mehr zum Sorgenkind, hieß es jüngst in einer Studie der Unternehmensberatung EY.

Der VDA rechnet für das Gesamtjahr aber immerhin mit einem Zuwachs von vier Prozent auf 19,1 Millionen Autos in der Volksrepublik. "China bleibt auf Kurs, schaltet jedoch einen Gang zurück", sagte Wissmann. Mittel- und langfristig werde der weltgrößte Pkw-Markt weiter wachsen.

Auf dem Frankfurter Messegelände werden Hunderttausende Besucher erwartet. 2013 waren nach damaligen Angaben des VDA gut 900 000 Gäste in die Messehallen gekommen. "Dieses Niveau peilen wir auch dieses Mal wieder an", heißt es beim VDA. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird die 66. IAA am 17. September eröffnen.

dpa

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