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Lehrlingsmangel in Sachsen: Das sagen Azubis zum Problem

Lehrlingsmangel in Sachsen: Das sagen Azubis zum Problem

1645 unbesetzte Lehrstellen in Sachsen und nur 843 Auszubildende, die noch keinen Lehrvertrag haben. Dazu eine hohe Abbrecherquote von einem Drittel unter den sächsischen Azubis - Ausbildungsbetriebe im Freistaat haben derzeit mit einer Menge Problemem zu kämpfen.

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Der Auszubildende Sven Weimert lernt Kfz-Mechatroniker bei den Dresdner Verkehrsbetrieben.

Quelle: Uwe Hofmann

Das werden sie nur mit den sächsischen Jugendlichen gemeinsam schaffen. Doch was sagen die zum Thema Lehre in Sachsen? DNN-Online hat mit drei Dresdner Auszubildenden im ersten Lehrjahr gesprochen.

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Die angehende Kfz-Mechatronikern Jacqueline Fleck (1. Lehrjahr) schraubt in den Lehrwerkstätten der Dresdner Verkehrsbetriebe einem Auspuff.

Quelle: Uwe Hofmann

Jacqueline Fleck (22), Kfz-Mechatronikerin:

Allerbeste Schulnoten und doch eher ein Händchen fürs Praktische – dieses Problem hatte die Dresdnerin Jacqueline Fleck vor einem Jahr. An der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) studierte sie nach blendendem Abitur (Note 1,3) Fahrzeugtechnik und merkte: „Das ist mir alles zu theoretisch“, wie sie sich heute erinnert. Dabei hatte sie sich schon seit Kindertagen für Technik interessiert, als sie ihrem Opa bei kleineren Reparaturen half. Also sattelte sie um, brach das Studium ab und bewarb sich beim städtischen Regiebetrieb Zentrale Technische Dienste. Dort wird sie nach ihrer Lehre für die Wartung des städtischen Fuhrparks von Nutzfahrzeugen zuständig sein. „Eine Entscheidung, mit der ich sehr glücklich bin“, wie sie heute sagt. „Ich bin sehr zufrieden mit meinen Kollegen und meinen Ausbildern. Und als Frau fühle ich mich hier besser akzeptiert als im Studium“, sagt sie. In gut drei Jahren will sie den Abschluss als Kfz-Mechatronikerin in der Tasche haben – und damit auch eine Festanstellung. „Und danach kann es ja weitergehen: Techniker, Meister vielleicht doch noch ein Studium“, zählt sie auf. Das ist Musik in den Ohren der beiden Kammerpräsidenten. HWK-Chef Dietrich warnt etwa vor einer „Akademisierung der Gesellschaft“. Und kooperiert mit der HTW, um Studienabbrechern eine zweite Chance im Handwerk zu geben.

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Der Auszubildende Martin Kloppisch lernt Mechatroniker bei den Dresdner Verkehrsbetrieben.

Quelle: Uwe Hofmann

Martin Kloppisch (21), Mechatroniker:

Auch Martin Kloppisch ergreift mit seiner Mechatroniker-Lehre bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) die zweite Chance. Zuvor hatte der Bannewitzer einen Lehrvertrag als Zerspaner bei einem Altenberger Betrieb unterschrieben. Und wegen Reibereien mit seinem damaligen Chef wieder gekündigt. „Mit meinem Lehrmeister hatte ich darüber gesprochen. Er hat es bedauert, aber verstanden. Mein Chef hat kein Gespräch dazu gesucht“, ist Kloppisch noch heute enttäuscht. Mangelnde Firmenkultur – eine von vielen Erklärungen, wie es zu einer Abbrecherquote von fast einem Drittel unter sächsischen Lehrlingen kommen kann. Der meistgenannte Vorwurf lautet jedoch: Die Jugendlichen werden zu wenig auf das Leben nach der Schule vorbereitet. „Ich wusste in der zehnten Klasse nicht, was ich machen sollte“, erinnert sich der 21-Jährige. Also hat er ein paar Bewerbungen abgeschickt und die Stelle in Altenberg erhalten. Mit bekanntem Ausgang. Beim zweiten Versuch hat er es besser gemacht. „Ein Freund hat mich auf die Idee gebracht, es hier zu versuchen. Ich habe mich im Internet informiert und auch bei der Messe Karrierestart“, sagt er. Und dann erfolgreich beworben. „Es ist eine umfassende Ausbildung mit einem großen Aufgabenfeld“, zeigt sich Kloppisch heute zufrieden.

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Der Auszubildende Sven Weimert lernt Kfz-Mechatroniker bei den Dresdner Verkehrsbetrieben.

Quelle: Uwe Hofmann

Sven Weimert (18), Kfz-Mechatroniker:

Dass es auch gleich beim ersten Versuch gut gehen kann, zeigt Sven Weimert. Der 18-Jährige ist zufrieden mit seiner Lehrstelle. Bei den DVB lässt er sich zum Kfz-Mechatroniker ausbilden. „Ich lebe zu Hause auf einem großen Hof in Dresden-Ockerwitz. Dort habe ich schon immer gern an Motoren, an Traktoren und Mopeds herumgeschraubt und mich deswegen auch für den Beruf Kfz-Mechatroniker interessiert“, sagt er. Um sicher zu gehen, hat er vor der Bewerbung bei der Agentur für Arbeit einen Berufseignungstest gemacht und auf diese Weise seine Eignung für den Beruf bestätigt bekommen. Ähnlich gezielt ging er bei der Wahl seines Lehrbetriebes vor. „Wir waren mit der Schule schon hier und haben uns den Betrieb angesehen“, sagt er. Außerdem habe er das Gespräch mit ehemaligen DVB-Azubis gesucht und sich von der Qualität der Lehre überzeugen lassen. Besonders das vielseitige Programm habe ihn angesprochen. So wird er etwa Schweißen lernen, was nicht überall zur Ausbildung dazugehört. Da die Verkehrsbetriebe auch Busse einsetzen, die mit Hybridmotoren angetrieben sind, gehört die Wartung dieser Technik ebenfalls zum Lehrplan. Das umfassende Wissen kann dem 18-Jährigen zum Vorteil werden, sollte er sich später einmal woanders bewerben wollen. Das muss er aber nicht. „Die Chancen für eine Übernahme sind gut“, sagt er.

Uwe Hofmann

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