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Kurze Röcke und Tipps zur Aussprache: So sexy wirbt Rotkäppchen in Kanada

Kurze Röcke und Tipps zur Aussprache: So sexy wirbt Rotkäppchen in Kanada

Ganz schön sexy für eine Märchenfigur. In Kanada dürfen bei einer Sekt-Präsentation von Rotkäppchen die Röcke auch etwas kürzer sein. Deutlich kürzer sogar als bei der deutschen Werbefigur Maria in ihrem langen Kleid.

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Rotkäppchen Präsentation in Kanada

Quelle: Sparkling Olive Inc.

Freyburg/Toronto. Und statt der einen klassischen grünen Sektflasche halten die kanadischen Hostessen mit Vorliebe die alkoholfreie Variante in Klarglas in der Hand. Denn gerade die alkoholfreie Variante komme in dem Land richtig gut an, freut sich Unternehmenschef Christof Queisser. "Damit sind wir sehr zufrieden."

Seit 2012 ist Rotkäppchen in Kanada bereits am Start. Und mit den Verkaufszahlen sei man mehr als zufrieden, berichtet Brigitta Woudberg, Marketing-Managerin des dortigen Vertriebspartners Sparkling Olive. "Als das Produkt hier eingeführt wurde, hatten nur ganz wenige Kanadier jemals etwas von Rotkäppchen gehört, etwa im Urlaub." Doch inzwischen habe ihre Firma die Marke sehr erfolgreich im Land bekannt gemacht. "Und die Tatsache, dass Rotkäppchen in Deutschland so erfolgreich ist, ist ein Riesenvorteil. Das hilft uns massiv." Denn der Fakt, dass die Marke in Deutschland mit Abstand Marktführer ist, überzeuge auch auf der anderen Seite des Atlantiks. Zumal das Produkt zu einem "sehr wettbewerbsfähigen Preis" angeboten werden könne.

Verkauft werden in dem Land aber ausschließlich die alkoholfreien Varianten in Weiß und Rosé. "Und es gibt hier kein anderes alkoholfreies Produkt am Markt, das sich mit Rotkäppchen messen könnte", berichtet Woudberg. Was die Kanadier am alkoholfreien Sekt so mögen? "Da ist natürlich der Fakt, dass er nur 30 Kalorien pro Glas hat", sagt die PR-Managerin. Zudem seien die Menschen in dem Riesenland sehr verantwortungsvoll, wenn es um das Thema Alkohol am Steuer geht. Wobei Rotkäppchen dort aber nicht nur pur genossen wird. Rotkäppchen sei einfach ideal für Mixgetränke sowohl mit als auch ohne Alkohol. "Und das lieben wir Kanadier."

Den Erfolg in dem Land möchte Konzernchef Queisser jetzt gern in anderen Ländern wiederholen. Denn ansonsten fällt die Bilanz der vor drei Jahren gestarteten Exportoffensive eher bescheiden aus. Mit dem Ausbau des Auslandsgeschäfts kommt die Rotkäppchen-Mumm Sektkellerei zwar voran - aber nur sehr langsam. Nachdem die ausgeführte Menge 2012 und 2013 auf dem Niveau von einer Million Flaschen à 0,75 Liter verharrt war, legte sie 2014 immerhin auf 1,3 Millionen Flaschen zu. "Das sind rein rechnerisch 30 Prozent Wachstum", sagte Queisser auf Anfrage dieser Zeitung. "Aber", so räumte er ein, "schon auf einem sehr niedrigen, bescheidenen Niveau."

Mehr als 99 Prozent seines Sekts verkauft das Unternehmen nach wie vor in Deutschland. Insgesamt kamen die Marken Rotkäppchen, Mumm, Jules Mumm, MM Extra und Geldermann im vergangenen Jahr auf 167 Millionen Flaschen. Der Marktanteil in Deutschland lag bei fast 53 Prozent. In den Export gingen dagegen nur 0,8 Prozent der Sektproduktion. Was zumindest eine kleine Verbesserung bedeutet: 2013 hatte die Exportquote nur bei 0,6 Prozent gelegen.

Das will das Unternehmen nun ändern - und im Ausland endlich richtig durchstarten. Seit Jahresbeginn gibt es eine neue Abteilung "Internationales Geschäft", die gezielt das Ausland beackert. An der Spitze der neuen Abteilung steht als Direktor International Stefan Nienaber, der direkt der Geschäftsführung untersteht. Mit ihm soll die seit Jahren angekündigte Auslandsoffensive nun endlich durchstarten, so der Auftrag der Geschäftsführung.

Stefan Nienaber kam direkt vom Nivea- und Florena-Hersteller Beiersdorf, wo er sieben Jahre lang im Vertrieb tätig war. Vorher war der heute 36-Jährige schon bei Nestlé in der Schweiz - und zweieinhalb Jahre lang bei der damaligen Spirituosenabteilung von Eckes. Die wurde 2006 von Rottkäppchen-Mumm übernommen - einschließlich der Marken Mariacron, Eckes Edelkirsch, Chantré und Echt Nordhäuser.

Schon Queissers Vorgänger an der Rotkäppchen-Spitze, Gunter Heise, hatte im April 2012 angekündigt, ver- stärkt das Ausland ins Visier zu nehmen. Denn in Deutschland ist für den Marktführer kaum noch Luft nach oben. Allerdings hatte schon Heise davor gewarnt, allzu schnelle Erfolge zu erwarten. "Für das internationale Geschäft braucht man einen langen Atem", sagte er ­damals. Eine erste Bilanz wollte er nach drei Jahren ziehen. Sie wäre also jetzt fällig.

Inzwischen hat Heise die Führung längst an Queisser abgegeben, der seit August 2013 an der Spitze des deutschen Sekt-Marktführerers steht. Den Auslandskurs seines Vorgängers setzt Queisser zwar fort. Allerdings hatte er schon unmittelbar nach seinem Amtsantritt die Erwartungen noch einmal gedämpft. "Wir stehen bei der Internationalisierung noch ganz am Anfang", sagte er vor gut einem Jahr bei seiner ersten Bilanzpräsentation. "Die Erschließung neuer Märkte ist ein langer Weg, für den wir Ausdauer brauchen."

Selbst die korrekte Aussprache von Rotkäppchen müssen die neuen Kunden in Kanada erst lernen. In der Werbung gibt der dortige Partner Sparkling Olive deshalb Aussprachetipps: "rot-cap-hen". Und das, so verraten sie, bedeute kleine rote Kappe. Von der gleichnamigen Figur aus Grimms Märchen ist dagegen keine Rede.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.08.2015

Frank Johannsen

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