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Januar-Arbeitslosigkeit auf Rekordtief

Arbeitsmarkt Januar-Arbeitslosigkeit auf Rekordtief

Die Konjunktur läuft rund, der Winter ist mild - das hilft dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Menschen ohne Job ist im Januar ungewöhnlich niedrig und Schwarzarbeit verliert an Bedeutung. Doch das könnte sich im Laufe des Jahres ändern.

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Die Arbeitslosenquote in Deutschland ist im Januar um 0,6 Punkte auf 6,7 Prozent gestiegen.

Quelle: Hendrik Schmidt/Archiv

Nürnberg/Tübingen. Der deutsche Arbeitsmarkt präsentiert sich zu Jahresbeginn dank der guten Konjunktur und des milden Winters in Topform.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) verzeichnete die niedrigste Januar-Arbeitslosigkeit seit 1991. Insgesamt waren 2,92 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. Das waren zwar wegen des üblichen Stellenabbaus im Winter auf dem Bau und in anderen Außenberufen 239 000 mehr als im Dezember, aber 111 000 weniger als vor einem Jahr, berichtete die BA am Dienstag in Nürnberg. Einer Studie zufolge ist zudem die illegale Beschäftigung in Deutschland etwas rückläufig.

Die Arbeitslosenquote stieg im Januar um 0,6 Punkte auf 6,7 Prozent. "Die Erholung des Arbeitsmarktes hat sich zum Jahresbeginn fortgesetzt. Saisonbereinigt gab es erneut einen deutlichen Rückgang", unterstrich BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Denn ohne jahreszeitliche Sondereffekte, die im Januar besonders stark ausgeprägt sind, wäre die Zahl der Erwerbslosen im Januar um 20 000 gesunken.

Weise rechnet für den gesamten Winter 2015/2016 mit nahezu historisch niedrigen Jobsucherzahlen. Die Winterarbeitslosigkeit dürfte nach seiner Einschätzung die Drei-Millionen-Schwelle nicht überschreiten. Hauptgrund sei die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland. Die wachsende Zahl arbeitsloser Flüchtlinge werde sich erst in der zweiten Jahreshälfte in der Statistik niederschlagen.

Weises Vorstandskollegen Detlef Scheele und Raimund Becker warnten vor überzogenen Erwartungen bei der Integration von Flüchtlingen. "Die Flüchtlinge brauchen erst ein vernünftiges Sprachniveau", sagte Scheele.

Die Sorge einiger Arbeitsmarktexperten, Flüchtlinge könnten sich verstärkt als Schwarzarbeiter verdingen, teilt Weise nur bedingt: Auch er gehe davon aus, dass einige Asylbewerber schwarz arbeiteten. Die Versuchung, "mal schnell etwas zu verdienen", sei sicher für manchen groß. "Das sind Erscheinungen. Was wir aber heute sagen können: Sie dominieren nicht den Arbeitsmarkt", unterstrich Weise. "Im Gegenteil: Es geht in die andere Richtung. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigen."

Nach einer Studie Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) und der Universität Linz wird der Anteil der sogenannten Schattenwirtschaft an der Wirtschaftsleistung 2016 schätzungsweise um 0,4 Prozentpunkte auf 10,8 Prozent sinken. "In der guten Wirtschaftslage verdienen die Beschäftigten mehr, ihr Stundenlohn steigt oder sie können bezahlte Überstunden machen", sagt Autor Friedrich Schneider. "Dadurch wollen weniger Menschen in ihrer Freizeit schwarzarbeiten."

Unter Schattenwirtschaft versteht man Schwarzarbeit - also zumeist Bezahlungen in bar ohne Rechnung -, aber auch andere Formen der illegalen Beschäftigung, etwa wenn ausländische Subunternehmer auf deutschen Baustellen den Mindestlohn unterschreiten.

Der Rückgang der Schwarzarbeit könnte den Studienautoren zufolge allerdings durch den Flüchtlingszuzug abgebremst werden. Sie rechnen verschiedene Modelle durch, denen zufolge zwischen 100 000 und 300 000 Flüchtlinge illegal beschäftigt sein werden, etwa als Putzkraft oder Hilfsarbeiter auf dem Bau.

"Wegen der fehlenden Deutschkenntnisse vieler Schutzsuchender ist es wahrscheinlich, dass es zunächst Jobs im Niedriglohn-Sektor sein werden", sagt Schneider. Am plausibelsten sei wohl die Zahl 300 000.

dpa

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