Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+
Ifo verbreitet Optimismus - Sachsens Wirtschaft wächst und wächst

Ifo verbreitet Optimismus - Sachsens Wirtschaft wächst und wächst

Geht es nach dem Ifo-Institut, legt Sachsens Wirtschaft im laufenden Jahr ein zweiprozentiges Wachstum hin - 0,2 Prozentpunkte besser als der gesamte Osten und 0,1 Prozentpunkt besser als im vergangenen Jahr. Das verkündete gestern Joachim Ragnitz, stellvertretender Geschäftsführer der Dresdner Niederlassung des Instituts.

Auch für 2016 sagte er steigende Zahlen voraus: 1,6 Prozent in Ostdeutschland und 1,8 Prozent in Sachsen.

Wachstumsgründe

Die robuste Binnennachfrage sieht Ragnitz als Konjunkturmotor in ganz Ostdeutschland. Noch zu Jahresbeginn ging die auch aufs Konto des niedrigen Ölpreises, der sich über günstigen Sprit und billiges Heizöl direkt auf die Geldbörsen auswirkte. Der Außenhandel habe zudem vom schwachen Euro-Dollar-Wechselkurs profitiert. Beides Sondereffekte, die allmählich abklingen, so Ragnitz. Wirksam bleiben niedrige Zinsen und die wachsende Beschäftigung.

Dass Sachsen etwas mehr zulege als der gesamte Osten, dafür nannte Ragnitz drei wesentliche Gründe: eine stärkere Außenhandelsverflechtung, den anhaltenden Bauboom und eine größere Spezialisierung auf Investitionsgüter. Den Aufschwung im Freistaat schulterten vor allem der Maschinenbau und die Automobilindustrie, so der Wirtschaftsforscher. Elektroindustrie, Chiphersteller und Biotechnologiefirmen gebe es freilich auch, doch da boome nichts.

Wachstumsrisiken

Gefährlich werden können dem Wachstum mehrere Faktoren. In aller Munde ist der Grexit - doch bei einem Austritt der Griechen aus der Eurozone folgt Ragnitz im Wesentlichen den Argumenten des Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn: Für den Euro seien die Griechen irrelevant, zahlungsunfähig sind sie mit und ohne Euro, Kreditgeber dürften sich schon lange von einer Rückzahlung verabschiedet haben. Ein großes Aber bleibe, erklärte Ragnitz, und das seien Ansteckungseffekte. Bliebe die Hoffnung, dass die inzwischen eingeführten EZB-Instrumente etwaige Wetten zum Beispiel auf eine Pleite Portugals abwehren können.

Da gegenwärtig nichts auf eine neue Ölkrise hindeute, gehen die Ifo-Forscher beim Ölpreis nicht von neuen Verwerfungen aus. Allerdings werde die Energiepolitik der Bundesregierung deutlich auf die privaten Haushalte durchschlagen. Das könnte wiederum einen Dämpfer im Konsumverhalten bewirken.

Dämpfer für Beschäftigung

Bei der Beschäftigung haben sowohl der Osten wie auch der Freistaat dank einer nicht nachlassenden Arbeitskräftenachfrage um 0,6 Prozent gegenüber 2013 zugelegt. Im ersten Quartal 2015 lag der Zuwachs bei sozialversicherungspflichtigen Jobs im gesamten Osten bei 1,4 Prozent, in Sachsen nur bei 1,2 Prozent. Hier schlügen vor allem die Rente mit 63 und der Mindestlohn zu Buche, sagte Ragnitz. Besonders bei der geringfügigen Beschäftigung zeichne sich ab, dass mittel- und langfristig Stellen wegfielen. "Wenn auch die Effekte bislang weniger stark sind als zunächst erwartet", so Ragnitz, müsse ein halbes Jahr nach Einführung der Lohnuntergrenze weiter abgewartet werden, wie die Unternehmen reagierten.

Defizite durch Demografie

Bei der Beschäftigung schlage auch die Demografie ins Kontor. Außer Dresden und Leipzig verbuche kaum eine sächsische Region nennenswert Zuzug. Zwar gebe es noch keinen flächendeckenden Fachkräftemangel, doch seien zum Beispiel Ärzte und Ingenieure im Osten eher rar. Solche Defizite dürften sich in der Lausitz oder im Erzgebirge nicht mal mit Zuwanderung lösen lassen, meinten die Ifo-Forscher.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.07.2015

Barbara Stock

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft

Aktien Tops & Flops

DT. TELEKOM 14,69 +0,71%
BAYER 87,21 +0,71%
HEID. CEMENT 83,50 +0,67%
DT. BANK 14,73 -1,98%
VOLKSWAGEN VZ 118,37 -0,71%
LUFTHANSA 12,14 -0,50%

Wertpapiersuche

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Bakersteel Global AF 166,72%
Structured Solutio AF 154,79%
Stabilitas PACIFIC AF 142,96%
AXA IM Fixed Incom RF 139,36%
Polar Capital Fund AF 103,07%

mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr