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IfW-Präsident Snower warnt vor Wachstumsillusionen

Konjunktur IfW-Präsident Snower warnt vor Wachstumsillusionen

Wächst die Weltwirtschaft künftig langsamer? Der Ökonom Snower hält das für möglich. Einen Grund dafür sieht der Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft in China.

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Dennis Snower ist Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft.

Quelle: Carsten Rehder/Archiv

Kiel. Eine baldige Rückkehr zu einem stärkeren Wachstum der Weltwirtschaft kann sich nach Ansicht des Ökonomen Dennis Snower als Illusion erweisen.

"Vielleicht sollten wir uns einfach darauf einstellen, dass die Wirtschaft schwächer wächst, nachdem eine Region wie zuletzt China in einer längeren Aufholperiode kräftig zugelegt hat", sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist möglich, dass diese sogenannte Catch-up-Phase jetzt für China langsam zu Ende geht."

Ähnlich sei es im Westen nach vielen Wachstumsjahren nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen, sagte Snower. Jetzt auf die Rückkehr eines höheren Wachstums zu warten, könne sich als Illusion erweisen. "Die Antwort auf die jetzige Situation besteht ganz bestimmt nicht darin, die Zinsen weiter niedrig zu halten und davon zu träumen, dass wir dann irgendwann wieder schneller wachsen", sagte Snower. Extrem bedrohlich sei in einer Welt mit langsamerem Wachstum das Auseinanderklaffen der Einkommen, die große Ungleichheit. "Für China ist das eine ganz besonders große Bedrohung, und für die Vereinigten Staaten ist das auch keine Kleinigkeit."

Aus dem Dreiklang von abgeschwächtem Wachstum, niedrigen Zinsen und anhaltend hohen öffentlichen Schulden kann aus Sicht Snowers eine gefährliche Gemengelage entstehen. "Wenn sich die Zinsen von den Risiken entkoppeln, kann das langfristig zu keinem guten Ende führen", sagte der Wirtschaftswissenschaftler. "Es wird Blasen und fehlerhafte Investitionsentscheidungen geben, die mit der Zeit immer ärger werden." Der Grund: Wegen der niedrigen Zinsen und der geringen Kosten für das Bedienen von Schulden werden immer größere Risiken eingegangen.

"Wir brauchen eine Fiskal- und Strukturpolitik, die im Einklang mit einer an den realen Wachstumsmöglichkeiten ausgerichteten Geldpolitik ein neues Gleichgewicht ansteuert", sagte Snower. "Wir sollten unsere öffentlichen Haushalte und Investitionspläne darauf ausrichten, auch mit geringeren Wachstumshalten nachhaltig zu sein." Die Phase, in der vermeintlich vor allem Notenbanken das Wirtschaftswachstum vorantreiben, müsse beendet werden. "Zinsen müssen wieder den realen Risiken entsprechen, und die Notenbanken müssen sich zukünftig wieder auf das Inflations-Management fokussieren können."

dpa

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