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Hugo Boss senkt Prognose und schließt weitere Läden

Mode Hugo Boss senkt Prognose und schließt weitere Läden

Zu hausgemachten Problemen und schwächelnden Märkten kommt die Angst vor Terroranschlägen und die Sorge vor einem Brexit. An der Börse wird die Aktie des Modekonzerns Boss am Freitag trotzdem gekauft.

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Die Hugo-Boss-Aktie legte zunächst dennoch stark zu. Experten hatten noch schlechtere Zahlen für das zweite Quartal erwartet.

Quelle: Sebastian Kahnert

Metzingen. Als hätte der Modekonzern Hugo Boss nicht schon genug Sorgen. Nun drücken auch noch Terrorangst und das Brexit-Votum der Briten auf das Geschäft. Mit den Halbjahreszahlen dämpfte Hugo Boss nun seine Erwartungen an das laufende Geschäftsjahr weiter.

Zusätzliche Ladenschließungen und eine noch stärkere Verknappung von Hugo-Boss-Waren im amerikanischen Großhandel lasten auf den Erträgen. Auch sinkt die Zahl asiatischer Touristen, die ihre Europa-Reise mit einem Shoppingtrip in Hugo-Boss-Läden verknüpfen.

Die Sorge vor Terroranschlägen und strengere Visa-Bestimmungen gab das Unternehmen bei der Vorlage der Quartalszahlen am Freitag als Grund für die mangelnde Reiselust an. Zudem hat Hugo Boss die Preise in Asien gesenkt, wodurch die dortigen Verbraucher zunehmend in der Heimat einkaufen. Zumindest die Lage in der Türkei lässt den Modekonzern noch unbeeindruckt. "Wir sehen keine Produktionsprobleme in der Türkei", sagte der neue Hugo-Boss-Chef Mark Langer.

Dabei bleiben die Aussichten unsicher: "Wir wissen noch nicht, welches Marktumfeld uns 2017 erwartet", sagte Langer. Im laufenden Jahr soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nun um 17 bis 23 Prozent sinken. Der Umsatz wird den Planungen zufolge währungsbereinigt bestenfalls stabil bleiben und im schlimmsten Fall um bis zu drei Prozent zurückgehen. "2016 wird für Hugo Boss kein Wachstumsjahr werden", räumte Langer ein.

"Um mittelfristig wieder profitabel zu wachsen, haben wir auch Entscheidungen getroffen, die zunächst einmal schmerzhaft sind. Dazu zählen die Schließungen von Stores und die strukturelle Veränderung unseres Vertriebs im US-Großhandel", sagte Langer. In den USA wird Hugo Boss beim Großhandel wählerischer bei der Wahl seiner Vertriebspartner, um sich den ruinösen Rabattschlachten zu entziehen.

Die Schwaben hatten in der Vergangenheit schnell expandiert, was nun, da weniger Kunden kommen, ein Problem ist. In China macht der Konzern deshalb 20 Filialen dicht, noch einmal so viele Läden sollen an anderen Orten geschlossen werden.

Die Hugo-Boss-Aktie legte zunächst dennoch um mehr als sechs Prozent zu. Experten hatten noch schlechtere Zahlen für das zweite Quartal erwartet. Der Umsatz sank zwischen April und Juni um vier Prozent auf 622 Millionen Euro. Unter dem Strich schmolz der Konzerngewinn um 84 Prozent auf 11 Millionen Euro zusammen. Die Kosten für Ladenschließungen sowie teure Managerwechsel belasteten.

dpa

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