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Großauftrag für von Ardenne in Dresden

Wirtschaft Großauftrag für von Ardenne in Dresden

Großauftrag für den Dresdner Anlagenbauer von Ardenne: Das Unternehmen liefert Spezialmaschinen und Technologien zur Beschichtung für ein Teleskop der astronomischen Spitzenforschung. Ein Auftragsvolumen wurde nicht genannt.

Dresden. Großauftrag für den Dresdner Anlagenbauer von Ardenne: Das Unternehmen liefert Spezialmaschinen und Technologien zur Beschichtung für ein Teleskop der astronomischen Spitzenforschung. Ein Auftragsvolumen wurde nicht genannt. Von Ardenne hat Anfang März 2016 von der Association of Universities for Research in Astronomy (AURA) einen Großauftrag über eine Anlage zur Beschichtung der Spiegel für das Large Synoptic Survey Telescope (LSST*) erhalten. Damit habe sich Von Ardenne mit dem besten Gesamtpaket bei der Ausschreibung der AURA gegen namhafte Konkurrenz durchgesetzt.

Das Observatorium wird derzeit auf dem Berg Cerro Pachón im Norden Chiles errichtet. In dem Spiegelteleskop werden ein Hauptspiegel mit 8,4 Metern Durchmesser sowie ein Sekundär- und Tertiärspiegel (3,4 beziehungsweise 5 Meter im Durchmesser) zum Einsatz kommen. Diese Optik eröffnet ein vergleichsweise großes Sichtfeld. Zusammen mit der größten je gebauten Digitalkamera werde es möglich sein, den sichtbaren Sternenhimmel in nur drei Nächten vollständig zu fotografieren. Durch permanent wiederholte Aufnahmen ließen sich selbst kleinste Veränderungen in der Position oder Helligkeit von Himmelsobjekten über einen langen Zeitraum analysieren.

Für diese astronomische Forschung seien Teleskopspiegel mit hohem Reflexionsvermögen nötig. Dazu werden sie in einem Vakuumbeschichtungsverfahren auf der Vorderseite mit einer hauchdünnen Metallschicht versehen. VON ARDENNE liefere die dafür erforderliche Spezialanlage und die Technologien.

Die Spiegeloberflächen werden für ein extrem hohes Reflexionsvermögen mit einer dünnen Silber- oder Aluminiumschicht versehen und mit einer wenige Nanometer dicken Schutzschicht versiegelt. Dennoch verliert der Spiegel durch Verunreinigungen und andere Einflüsse mit der Zeit an Reflexionsvermögen und wird deshalb in regelmäßigen Abständen neu beschichtet. Dafür gelange der komplette Spiegel mitsamt Unterkonstruktion (ca. 75 Tonnen) über einen Lift zur Beschichtungsanlage, die im gleichen Gebäudekomplex wie das Teleskop untergebracht sein wird.

Die Bauarbeiten für das LSST begannen im Juli 2014, im April 2015 erfolgte die Grundsteinlegung. Das sogenannte „first light“ – also die erste Nutzung des Teleskops für Testzwecke – ist für 2019 geplant. Die vollständige wissenschaftliche Nutzung wird 2022 nach dem Ende der Baumaßnahmen beginnen.

Von Ingolf Pleil

Am Hahnweg 16, Dresden 51.067117421084 13.896514373016
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