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Griechenlands Wirtschaft erholt sich schneller als erwartet

EU Griechenlands Wirtschaft erholt sich schneller als erwartet

Die griechische Wirtschaft hat sich 2015 besser entwickelt als vorhergesagt. Entwarnung gibt es aber nicht, das Land muss sich dringend mit den Gläubigern auf neue Sparmaßnahmen einigen. Wie kann Griechenland endlich die Krise hinter sich lassen?

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Containerhafen von Piräus: Die griechische Wirtschaft hat sich 2015 besser entwickelt als vorhergesagt.

Quelle: Emily Wabitsch/Archiv

Düsseldorf/Athen. Griechenlands Wirtschaft erholt sich deutlich schneller von der schweren Krise als erwartet. Im vergangenen Jahr sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) "um nur noch 0,2 Prozent" geschrumpft.

Das schreibt der griechische Regierungschef Alexis Tsipras in einem Gastbeitrag in der "Financial Times". Das "Handelsblatt" berichtete unter Berufung auf Informationen von EU-Diplomaten über einen Rückgang von 0,3 Prozent.

Im Sommer vergangenen Jahres waren die internationalen Geldgeber des Landes noch von einem Einbruch der Wirtschaftsleistung in 2015 um 2,7 Prozent ausgegangen. Auf der Grundlage dieser Erwartung war im vergangenen Juli das dritte Hilfsprogramm für Griechenland beschlossen worden.

Die europäische Statistikbehörde Eurostat wird die Daten zum Wirtschaftswachstum am kommenden Donnerstag veröffentlichen. Bis dahin seien allenfalls nur noch geringfügige Abweichungen möglich, sagte ein EU-Diplomat dem "Handelsblatt".

Die EU-Kommission hält es auf Grundlage der neuen BIP-Zahlen dem Zeitungsbericht zufolge für machbar, dass Griechenland die im dritten Hilfspaket vereinbarten Sparziele erreicht. Die Regierung in Athen hatte sich verpflichtet, 2018 einen Primärüberschuss (ohne Schuldendienst) von 3,5 Prozent vom BIP zu erzielen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hält einen Primärüberschuss von 3,5 Prozent im Jahr 2018 dagegen für völlig unrealistisch und spricht von nur 1,5 Prozent.

Der IWF mahnt strengere Reformen in Griechenland an und drängt darauf, dem Land noch einmal erhebliche Erleichterungen beim Schuldendienst zu gewähren. Letzteres stößt auf Ablehnung bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und auch bei anderen Euro-Staaten.

Beim Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) in Washington steht die Krise in Griechenland auf der Agenda. Zuletzt waren die Verhandlungen zwischen der Regierung in Athen und den internationalen Geldgebern über weitere Finanzhilfen für das angeschlagene Euroland ins Stocken geraten.

Insgesamt sollen 5,4 Milliarden Euro gespart werden. Renten sollen gekürzt, neue indirekte Steuern verhängt und die Privatisierungen vorangetrieben werden. Doch der IWF will noch weitere Sparmaßnahmen. In Athen kursieren verschiedene Lösungsvorschläge. Aus Finanzministeriums-Kreisen sickert seit Tagen durch, man könnte die griechischen Zinsen einfrieren. Zudem könnte man den Höchstbetrag, den die Griechen künftig zahlen müssen, um ihre Schulden abzustottern, auf 15 Prozent des Bruttoinlandproduktes jährlich einschränken.

dpa

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