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"FT": USA weiten Russland-Ermittlungen gegen Deutsche Bank aus

Banken "FT": USA weiten Russland-Ermittlungen gegen Deutsche Bank aus

Wegen Geldwäsche-Verdachts in ihrem Moskauer Büro steht die Deutsche Bank schon länger im Visier der US-Behörden. Nun könnte der Fall eine politische Dimension erreichen.

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Ein Büro der Deutschen Bank in Moskau: Das Institut hat eingeräumt, dass es derzeit interne Untersuchungen im Zusammenhang mit Aktiengeschäften in Moskau und London gibt. Foto: Sergei Ilnitsky

London. Die Ermittlungen gegen die Deutsche Bank wegen ihrer Russland-Geschäfte werden einem Zeitungsbericht zufolge bedrohlicher. US-Behörden weiteten ihre Untersuchungen aus und gehen nun auch dem Verdacht auf Verstöße gegen die aktuellen politischen Russland-Sanktionen nach.

Das berichtete die "Financial Times" am Montag unter Berufung auf mehrere Insider. Bislang ging es bei den Ermittlungen vorrangig um den Verdacht der Geldwäsche im Moskauer Handelsbereich der Bank. Verstöße gegen die wegen des Ukraine-Konflikts verhängten Sanktionen hätten nach Einschätzung aus Finanzkreisen wegen ihrer großen politischen Brisanz und Aktualität aber noch größere Sprengkraft für die von zahlreichen Skandalen erschütterte Bank.

Der Fall sei "ein erhebliches, unkalkulierbares Risiko für die Deutsche Bank", sagte ein Börsianer. Schlimmstenfalls müsse die Bank deshalb erneut zu einer Kapitalerhöhung greifen. Die Aktie verlor am Morgen knapp 2 Prozent an Wert.

Die USA gingen bei Sanktionsvergehen zuletzt wenig zimperlich mit Finanzkonzernen um. So verdonnerten sie die französische Großbank BNP Paribas im vergangenen Jahr wegen Verletzungen gegen Handelsbeschränkungen bei Geschäften mit Staaten wie dem Iran zu einer Rekordstrafe von fast neun Milliarden Dollar. Wegen ähnlicher Verdachtsmomente haben die USA die Deutsche Bank ebenso wie zahlreiche andere europäische Institute bereits länger im Visier. Die Russland-Geschäfte kommen nun noch hinzu.

Die Deutsche Bank wollte den Bericht nicht kommentieren. Im Halbjahresbericht hatte das Institut im Juli eingeräumt, dass derzeit interne Untersuchungen im Zusammenhang mit Aktiengeschäften in Moskau und London liefen. Es gehe um ein erhebliches Volumen. Zudem bestätigte die Bank, einige Mitarbeiter wegen der Ermittlungen suspendiert zu haben. Weitere personelle Konsequenzen schloss das Institut im Juli nicht aus.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen sogenannte Mirror Trades, bei denen russische Kunden Wertpapiere im Moskauer Büro der Bank gekauft und dann die identischen Papiere in Fremdwährungen über die Londoner Niederlassung des Instituts verkauft haben sollen. Laut Finanzkreisen sind Geschäfte im Umfang von sechs Milliarden Dollar verdächtig. Die "Financial Times" berichtet zudem, dass auch Geschäfte für Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin abgewickelt worden sein sollen.

Das Justizministerium in Washington und die New Yorker Finanzaufsicht DFS ermitteln, weil die Geschäfte auch in US-Dollar abgewickelt wurden. Zudem ist der inzwischen suspendierte Leiter des Moskauer Aktienhandels bei der Bank der Zeitung zufolge US-Staatsbürger.

Zahlreiche Skandale haben in den vergangenen Jahren den Ruf der Bank beschädigt, dazu gehörten Zinsmanipulationen und fragwürdige Hypothekengeschäfte. Das Institut musste Milliardenstrafen akzeptieren, und die Liste der offenen Rechtsstreitigkeiten ist noch lang. Der neue Bank-Chef John Cryan hatte die Rückstellungen für Rechtsrisiken um weitere 1,2 Milliarden Euro erhöht.

dpa

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