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Eon sieht keine Besserung: Rekordverlust vor Aufspaltung

Energie Eon sieht keine Besserung: Rekordverlust vor Aufspaltung

Vor der historischen Aufspaltung haben Milliarden-Abschreibungen Eon tief ins Minus gedrückt. Eine Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Und der Konzern deutet an, dass die Dividende künftig sinken könnte.

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Seit Januar hat bei Eon die Aufspaltung des Geschäfts begonnen. Die großen Kraftwerke, wie das in Datteln, werden seitdem von der neuen Gesellschaft Uniper aus Düsseldorf geführt.

Quelle: Bernd Thissen/Archiv

Essen. Die Krise bei Eon geht vor der Aufspaltung in neue und alte Energien ungebremst weiter. Nach einem Rekordverlust von sieben Milliarden Euro im vergangenen Jahr stimmte Deutschlands größter Versorger auf schwere Zeiten und sinkende Dividenden ein.

Der Vorstand räumte ein, dass die Energiepreise noch stärker gesunken seien als erwartet. Daher habe das Management bisherige Annahmen über die Entwicklung von Eon und seiner künftigen Kraftwerksgesellschaft Uniper auf den Prüfstand gestellt. Die Ergebnisse dieser Überlegungen will die Eon-Spitze Ende April vorlegen.

"Wir müssen feststellen, dass die ersten Monate des neuen Jahres keine Zeichen der Besserung unseres Marktumfeldes zeigen, sondern vielmehr weitere Eintrübungen aufweisen", sagte Finanzvorstand Michael Sen. So hätten die Großhandels-Strompreise neue Tiefststände erreicht. Zudem stehe der Gaspreis unter Druck.

Hinzu komme der schwache Rubel-Kurs, der das wichtige Russland-Geschäft von Eon belastet. Das müssten künftige Investitionen und Dividenden widerspiegeln.

Im vergangenen Jahr hinterließ die Krise tiefe Spuren in der Konzernbilanz. Wegen der weggebrochenen Gewinnaussichten der Großkraftwerke verbuchte Eon Abschreibungen von 8,8 Milliarden Euro. Dies führte zum höchsten Verlust in der Unternehmensgeschichte.

Schon für 2014 hatte der Konzern ein Minus von 3,2 Milliarden Euro gemeldet. "Unsere Kennzahlen spiegeln wider, dass sich die Branche in einem grundlegenden strukturellen Umbruch befindet, der sich in diesem Jahr ungebremst fortsetzt", sagte Eon-Chef Johannes Teyssen.

Die Aktien des Unternehmens verloren bis zum frühen Nachmittag rund 0,5 Prozent an Wert. Sie waren damit zweitschwächster Wert im Dax.

An seinem Dividenden-Versprechen hielt Eon dennoch zunächst fest. Demnach sollen die Aktionäre wie im Vorjahr 50 Cent je Anteilsschein bekommen. Allerdings stellte Finanzchef Sen fest, dass diese Ausschüttung nicht ins aktuelle Umfeld passe.

Eon hatte seinen Aktionären Ende 2014 für die Phase der Neuausrichtung für zwei Jahre eine feste Dividende zugesagt. Der Konkurrent RWE, der ebenfalls vor der Aufspaltung in zwei Gesellschaften für erneuerbare und konventionelle Energien steht, hatte die Ausschüttung für 2015 wegen der Krise im konventionellen Kraftwerksgeschäft fast komplett gestrichen.

Der Preisverfall an den Strombörsen belastete bei Eon im vorigen Jahr auch das operative Ergebnis. So sackte der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um 10 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro ab, erreichte damit aber noch das obere Ende der Konzernprognosen. In diesem Jahr dürfte sich die Talfahrt beschleunigen.

Eon erwartet 2016 einen Ebitda-Rückgang auf 6 bis 6,5 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Überschuss soll bei 1,2 bis 1,6 Milliarden Euro landen, nach 1,6 Milliarden Euro 2015.

In dieser Prognose ist noch die Kraftwerkstochter Uniper enthalten. Im Zuge ihrer Abspaltung wird Eon im Laufe des Jahres einen neuen Ausblick für beide Unternehmen vorlegen.

Schon seit dem Jahreswechsel greift im täglichen Geschäft die Neuausrichtung. Das gesamte Geschäft mit großen Kraftwerken wird seitdem von Uniper aus Düsseldorf geführt. Das Hauptunternehmen sitzt nun in Essen und konzentriert sich auf erneuerbare Energien und den Vertrieb. Die endgültige Trennung soll bei der Hauptversammlung am 8. Juni beschlossen werden, Uniper im Herbst an der Börse notiert sein.

Mit der Aufspaltung sieht Aufsichtsratschef Werner Wenning seine Aufgabe bei Eon als erfüllt an. Der 69-Jährige werde sein Mandat nach der Hauptversammlung niederlegen und damit zwei Jahre früher als ursprünglich vorgesehen, teilte Eon mit. Als Nachfolger ist Karl-Ludwig Kley vorgesehen, der Ende April nach zehn Jahren als Chef beim Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck aufhört.

dpa

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