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Eon rechnet mit Milliarden für Atomausstieg

Energie Eon rechnet mit Milliarden für Atomausstieg

Der Ausstieg aus der Kernenergie wird für die Industrie teuer. Branchenprimus Eon nannte erstmals eine grobe Schätzung von zehn Milliarden Euro nur für das Unternehmen. Im Alltagsgeschäft geht bei Eon die Talfahrt derweil weiter.

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Richtet sich auf hohe Milliardenausgaben für die Finanzierung des Atomausstiegs ein: Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen.

Quelle: Rolf Vennenbernd/Archiv

Essen. Deutschlands größter Energiekonzern Eon richtet sich auf hohe Milliardenausgaben für die Finanzierung des Atomausstiegs ein. Das Unternehmen nannte bei der Vorlage der Quartalszahlen als erster deutscher Atomkonzern eine grobe Schätzung von zehn Milliarden Euro.

In etwa diese Summe müsste Eon in den geplanten Staatsfonds für die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll einzahlen, sagte Eon-Finanzchef Michael Sen. Noch sei in den Gesprächen mit Berlin aber vieles offen. Das Alltagsgeschäft läuft unverändert schlecht. Allerdings gab es im ersten Quartal einen kleinen Lichtblick durch einen Einmalgewinn im Gasgeschäft.

Eine Summe in der genannten Größenordnung bedeute enorme Belastungen, sagte Sen. Als Folge müssten Zukunftsinvestitionen möglicherweise gestreckt werden "oder wir müssen uns anderer Mittel bedienen, um Kapital in das Unternehmen zu holen". Möglich seien auch "Verkäufe von Randthemen" im Konzern. Eine Kapitalerhöhung wollte Sen auf Nachfrage ausdrücklich nicht ausschließen.

Das Unternehmen begrüße grundsätzlich die Einigung zum Atomausstieg und wolle die weiteren Verhandlungen auf der Basis des Kommissionsvorschlages führen, betonte der Eon-Finanzchef. Der Konzern dringe dabei aber darauf, neben einem Gesetz zur Finanzierung der Atomlasten auch einen direkten Vertrag mit dem Bund abzuschließen, um mehr Rechtssicherheit zu gewinnen, sagte Sen.

Die Regierungskommission zum Atomausstieg hatte Ende April vorgeschlagen, dass die vier Stromkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW bis 2022 rund 23,3 Milliarden Euro in einen staatlichen Fonds überweisen, der die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll managen soll. Im Gegenzug würde der Staat die Haftung für die Zukunft übernehmen. Anfangs hatten die vier Atomkonzerne die Vorschläge der Kommission noch in gleichlautenden Erklärungen abgelehnt.

Im ersten Quartal konnte Eon dank des Sondergewinns von rund 400 Millionen Euro aus neu verhandelten Lieferverträgen mit dem russischen Gasriesen Gazprom den operativen Gewinn (Ebitda) um acht Prozent auf knapp 3,1 Milliarden Euro steigern. Unter dem Strich stand ein Zuwachs des Überschusses von zehn Prozent auf 1,17 Milliarden Euro.

Ohne den Sondereffekt hätte sich die Talfahrt angesichts des in den ersten Monaten des Jahres noch einmal verschärften Verfalls der Strompreise aber weiter fortgesetzt. So sackte der operative Gewinn der Großkraftwerke um fast 30 Prozent ab.

Am 8. Juni müssen die Aktionäre bei einer Hauptversammlung endgültig über die Aufspaltung des Konzerns entscheiden. Der Hauptkonzern wird sich dann auf Ökostrom, Netze sowie Vertrieb konzentrieren und die deutschen Atomkraftwerke weiter betreiben. Das angeschlagene Geschäft mit den übrigen Großkraftwerken und der Energiehandel sind bereits operativ in der neuen Tochter Uniper abgetrennt, die im Herbst an die Börse gehen soll.

Der Umbau komme wie geplant voran, sagte Finanzchef Sen. Von Investoren gebe es große Zustimmung für den Kurs. Sen bestätigte, dass Eon in einem konzerninternen Deal Uniper für eine Milliarde Euro seine Beteiligung an der Ostseepipeline Nord Stream abgekauft hat. Ziel sei auch gewesen, Uniper mit einer stabilen Kapitalmarktstruktur auszustatten. Über das Geschäft hatte zunächst das "Handelsblatt" (Mittwoch) berichtet.

dpa

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