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Energieagentur warnt vor Negativfolgen billigen Öls

Energie Energieagentur warnt vor Negativfolgen billigen Öls

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat vor langfristig negativen Folgen anhaltend niedriger Ölpreise gewarnt. "Niedrigere Preise sind nicht nur gute Nachrichten für Verbraucher", heißt es im veröffentlichten Jahresbericht der IEA.

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Anhaltend niedrige Ölpreise freuen die Verbraucher. Aber nur auf den ersten Blick, sagt die Energieagentur IEA.

Quelle: dpa

London. So bestehe das Risiko, dass notwendige Investitionen in die Ölförderung unterblieben. Auf längere Sicht könnte dies über ein geringeres Ölangebot zu deutlich steigenden Preisen führen.

Darüber hinaus würden anhaltende Niedrigpreise die Abhängigkeit von Ölproduzenten aus dem Nahen Osten erhöhen, weil diese besonders günstig fördern können. Viele dieser Produzenten wie Saudi-Arabien gehören der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) an. Die Abhängigkeit von diesen Ländern könnte letztlich so stark werden wie zuletzt den 1970er Jahren, meint die IEA. In dieser Zeit wurde die Welt von mehreren Ölkrisen mit stark steigenden Rohölpreisen heimgesucht. Ein entscheidender Grund war seinerzeit die große Marktmacht des Ölkartells Opec, die sich seither aber spürbar verringert hat.

Durch eine derartige Machtkonzentration auf der Angebotsseite sieht die IEA letztlich auch die Energiesicherheit gefährdet. Betroffen seien vor allem asiatische Länder, weil dorthin ein großer Teil des Öls aus dem Nahen Osten geliefert werde. "Jetzt ist nicht die Zeit, um sich auszuruhen", warnte IEA-Chef Fatih Birol. "Ganz im Gegenteil: Eine Zeit niedriger Ölpreise ist der Moment, unsere Anstrengungen zu verstärken und um sich den Gefahren für die Energiesicherheit zu widmen."

In ihrem Hauptszenario gibt die IEA jedoch vorsichtige Entwarnung, indem sie von einer moderaten Erholung der Ölpreise ausgeht. Demnach dürften die Preise bis 2020 auf rund 80 Dollar pro Barrel (159 Liter) steigen. Aktuell kostet ein Fass Rohöl mit 45 Dollar etwas mehr als die Hälfte dessen. In den vergangenen zwölf Monaten sind die Weltmarktpreise um mehr als 40 Prozent eingebrochen. Ein wichtiger Grund dafür ist das hohe Ölangebot, mit dem die Opec über fallende Marktpreise aufstrebende Produzenten, insbesondere aus den USA, aus dem Markt zu drängen versucht.

Falls sich der Trend zu billigem Öl jedoch fortsetze, könne auch das Umsteigen auf saubere, erneuerbare Energie hinausgezögert werden, warnt die IEA. Hier müsse der Staat mit gezielten Maßnahmen nachhelfen. Mit Blick auf den bevorstehenden Klimagipfel in Paris meinte Birol, die Staats- und Regierungschefs müssten eine klare Richtung für die beschleunigte Transformation im weltweiten Energiesektor vorgeben.

dpa

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