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Einsatz von Lang-Lkw in Bundesländern weiter umstritten

Verkehr Einsatz von Lang-Lkw in Bundesländern weiter umstritten

Seit mehreren Jahren rollen die 25 Meter langen Lastwagen testweise auf deutschen Straßen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) signalisiert bereits grünes Licht für den Regelbetrieb. Doch die Bundesländern haben ein entscheidendes Wörtchen mitzureden.

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Das Schild "Lang-Lkw" vor dem Daimler-Werk in Sindelfingen (Archiv).

Quelle: Marijan Murat

Hannover/Erfurt. Auch wenige Monate vor Ende des Feldversuchs mit Lang-Lkw herrscht in den Verkehrsministerien der Länder große Uneinigkeit über einen möglichen Regelbetrieb auf deutschen Straßen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) hatte sich vor kurzem in der "Osnabrücker Zeitung" für den regulären Betrieb nach dem bis Ende des Jahres laufenden Test der 25 Meter langen Lastwagen ausgesprochen. Auch in Schwerin sieht man "derzeit keine Anhaltspunkte, eine Überführung in den Regelbetrieb abzulehnen". In Sachsen steht man den Lang-Lkw aufgeschlossen gegenüber, will sie aber nicht befördern. "Unser Ziel ist es, das steigende Verkehrsaufkommen im Güterverkehr möglichst ohne zusätzliche Lkw-Transporte abwickeln zu können", sagte Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD).

Seit 2012 rollen die bis zu 25,25 Meter lange Lastwagen auf deutschen Straßen. Erst im Mai schloss sich Brandenburg dem Feldversuch der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)an, damit läuft er in 13 von 16 Ländern. Berlin, Rheinland-Pfalz und das Saarland beteiligen sich nach wie vor nicht. 59 Firmen mit 156 Lkw machen mit. Ein Zwischenbericht des BASt im Jahr 2014 zeigte unter anderem, dass es Effizienzgewinne und Kraftstoffersparnisse zwischen 15 und 25 Prozent gebe, da zwei Lang-Lkw drei reguläre Lkw ersetzen könnten. Auch die Infrastruktur werde nicht stärker belastet.

Trotzdem formieren sich Widerstände: Die thüringische Verkehrsministerin Birgit Keller (Linke) sagte: "Grundsätzlich bin ich skeptisch, was den Einsatz dieser Riesen-Laster betrifft." Auch die neue schwarz-rot-grüne Landesregierung in Sachsen-Anhalt spricht sich genau wie der zuständige Senator in Bremen gegen Lang-Lkw aus.

In Düsseldorf will Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) nach wie vor nur die 17,80 Meter langen "Euro-Trailer", nicht aber die 25 Meter langen Lastwagen erlauben. Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg und Hessen wollen die Ergebnisse des Feldversuchs abwarten und sich dann entscheiden. In Schleswig-Holstein gibt es im Verkehrsministerium, ebenso wie in Bayern, eine Tendenz für einen Übergang zum Regelbetrieb. Der bayerische Verkehrsminister Joachim Herrmann CSU) betonte, die Erfahrungen seien überwiegend positiv.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat sein Votum für einen Regelbetrieb nach 2016 schon gegeben: "Ich rechne weiter mit sehr positiven Ergebnissen und habe dem Gewerbe die Zusage gegeben, dass wir in diesem Fall mit dem Lang-Lkw in den Regelbetrieb gehen", sagte er erst jüngst in einem Interview. Allerdings kann Dobrindt nur über die Autobahnen entscheiden. Über die Zufahrten, die benutzt werden müssen, damit die Lastwagen überhaupt auf die Autobahn kommen, bestimmten aber die Länder, sagte eine Sprecherin im Verkehrsministerium in Stuttgart. Dort ist der Test nicht unumstritten.

Thüringens Verkehrsministerin sagte, der Einsatz der Gigaliner trage nicht zu einer Verkehrsentlastung auf der Straße bei. Die neue Regierung in Sachsen-Anhalt hat sogar im Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass das Bundesland nicht an dem Test teilnehmen soll. Das Argument auch hier: Die verstärkte Zulassung der Gigaliner bringe mehr Güterverkehr auf die Straße - zum Nachteil von Schiene und Binnenwasserstraßen. Nur im Transitverkehr dürfen die Riesen-Laster auf zwei Autobahnen durch Sachsen-Anhalt rollen.

Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Groschek ist anderer Ansicht: "Die steigenden Anforderungen an die Umweltbilanz könnten zu einer Neubewertung von Lang-Lkw führen. Beim Gütertransport auf langen Strecken ist und bleibt aber die Schiene unschlagbar."

dpa

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