Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Google+
EU blockiert Milliarden-Fusion auf britischem Mobilfunkmarkt

Telekommunikation EU blockiert Milliarden-Fusion auf britischem Mobilfunkmarkt

Wenige Wochen vor dem EU-Referendum greifen die Brüsseler Wettbewerbshüter in Großbritannien durch. Ein riesiger Unternehmens-Zusammenschluss scheitert. Es droht ein gerichtliches Nachspiel.

Voriger Artikel
Eon rechnet mit Milliarden für Atomausstieg
Nächster Artikel
Entgeltatlas zeigt großes Ost-West-Verdienstgefälle

Die Mobilfunk-Anbieter O2 und Three dürfen in Großbritannien nicht fusionieren.

Quelle: Soeren Stache/Symbolbild

Brüssel. Die EU-Kommission verbietet die geplante Milliarden-Fusion der Mobilfunk-Anbieter O2 und Three in Großbritannien.

Es gebe die Sorge, dass für britische Mobilfunk-Kunden die Preise steigen und das Angebot schrumpfen könnte, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in Brüssel nach einer monatelangen Überprüfung.

Three gehört zum Mischkonzern Hutchison Whampoa aus Hongkong, O2 zu Telefónica UK. Die CK Hutchison Holdings äußerte sich enttäuscht. Das Unternehmen will auch rechtliche Schritte prüfen. Das EU-Verbot kann vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) angefochten werden.

"Mit dieser Blockade wird sichergestellt, dass weiter vier Mobilfunkanbieter miteinander konkurrieren", bilanzierte die dänische Kommissarin Vestager. Die übrigen Konkurrenten sind Vodafone und Everything Everywhere.

Mit dem geplanten Zusammenschluss wäre ein führendes Unternehmen mit einem Marktanteil von über 40 Prozent entstanden. Für den Zukauf wollte Hutchison nach früheren Angaben 9,25 Milliarden Pfund (rund 11,7 Mrd Euro) aufbringen.

Der Paukenschlag aus Europas Hauptstadt kommt wenige Wochen vor dem britischen EU-Referendum am 23. Juni. Fragen zu einem möglichen politischen Zusammenhang wies Vestager strikt zurück: "Wir können es nicht zulassen, dass sich die Politik in unsere (Wettbewerbs-)Fälle einmischt." Die Entscheidung ihrer Behörde müsse stichhaltig sein und notfalls vor Gerichten standhalten. "Es ist die Rolle der Kommission, dass Zusammenschlüsse nicht den Wettbewerb schwächen."

Der spanische Konzern Telefónica will trotz des gescheiterten Verkaufs der britischen Tochter O2 an seinen finanziellen Zielsetzungen festhalten, teilte das Unternehmen in Madrid mit. Telefónica-Präsident José María Alvarez-Pallete hatte am Vortag erklärt, ein Verbot des Milliardengeschäfts wäre eine "schlechte Nachricht". Das spanische Unternehmen hatte jedoch wiederholt darauf hingewiesen, dass es auf ein EU-Veto vorbereitet sei und über einen "Plan B" verfüge.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten bereits im vergangenen Oktober eine besonders gründliche Prüfung des Vorhabens begonnen. Sie befürchteten auch, dass der Ausbau der Netzinfrastruktur in Großbritannien behindert werden könnte. Die Mobilfunkpreise auf der Insel gehörten zu den niedrigsten in der gesamten EU, erklärte Vestager.

Fusionsverbote sind in Brüssel vergleichsweise selten. Falls es Bedenken der Wettbewerbshüter gibt, versuchen Unternehmen in der Regel, mit Verhandlungen und Zugeständnissen - etwa dem Verkauf von Konzernteilen - für grünes Licht zu sorgen. Mit Blick auf Hutchison sagte Vestager: "Ihre Vorschläge haben nicht alle unsere Bedenken ausgeräumt."

Die Kommission untersucht zur Zeit auch das geplante Gemeinschaftsunternehmen von Hutchison und VimpelCom in Italien. Vestager äußerte sich nicht detailliert zu diesem Fall.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft

Aktien Tops & Flops

THYSSENKRUPP 23,57 +6,88%
CONTINENTAL 179,65 +4,52%
VOLKSWAGEN VZ 126,50 +4,08%
RWE ST 11,72 -2,26%
FMC 74,12 -1,04%
FRESENIUS... 68,26 -0,54%

Wertpapiersuche

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 159,95%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 113,23%
Fidelity Funds Glo AF 91,70%
Morgan Stanley Inv AF 91,29%

mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr