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Daimler-Konzern baut Kamenzer Akku-Fabrik aus

Daimler-Konzern baut Kamenzer Akku-Fabrik aus

Die Daimler-Tochter Deutsche Accumotive investiert bis Ende 2016 rund 100 Millionen Euro in seinen Produktionsstandort Kamenz (Kreis Bautzen). Das teilte gestern Accumotive-Chef Frank Blome mit.

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Ein Mitarbeiter der Deutsche ACCUmotive arbeitet am 01.12.2014 in der Produktion der Deutsche ACCUmotive in Kamenz (Sachsen) an einer Batterie für ein Hybridfahrzeug. Die Daimler AG baut die Produktionskapazität für Lithium-Ionen-Batterien aus und investiert in den nächsten Jahren rund 100 Millionen Euro in die Tochter Deutsche ACCUmotive, die heute Richtfest für eine neue 20.000 Quadratmeter große Fertigungshalle feierte.

Quelle: Arno Burgi, dpa

Das Geld fließt vor allem in eine dritte Fertigungshalle - die inzwischen rohbaufertig ist - und in deren Ausrüstung mit hochautomatisierten Anlagen. Dort will das Unternehmen noch mehr Lithium-Ionen-Akkumulatoren für den Elektro-Smart, die Hybrid-Fahrzeuge von Daimler sowie stationäre Stromspeicher für Haushalte und Solarkraftwerke produzieren. "Wir erwarten eine steigende Nachfrage", so Blome.

Neue Jobs werden durch den Ausbau nicht entstehen, aber gefährdete Arbeitsplätze gerettet. Nebenan legt Daimler nämlich die Produktion bei einer anderen Tochter bis Ende 2015 still: Die bei Li-Tec in Kamenz bisher gefertigten Akku-Zellen gelten zwar als technisch hochwertig, doch dem Mutterkonzern gelang es nicht, die Fabrik auszulasten und damit wirtschaftlich zu betreiben.

Von den 250 Beschäftigten können 100 bis 200 - "je nach Geschäftsentwicklung", so Blome - in die benachbarte Accumotive-Fabrik wechseln, die bisher 180 Personen beschäftigt. Weitere 30 Li-Tecer sollen die Zellen-Entwicklung fortführen und die Anlagen für einen neuen "Warmstart" bereit halten, falls Daimler das Zellen-Werk doch wieder hochfahren will. Die restlichen Jobs werden wohl getrichen - sie beruhen auf befristeten Verträgen. Unterm Strich werden etwa 300 Arbeitsplätze am Standort gehalten, schätzt der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) und ist schon über diesen Etappensieg froh.

Während Accumotive auch durch Zulieferungen für Hybrid-Fahrzeuge ausgelastet ist, hatte sich Li-Tec auf besondere Akku-Zellen mit großem Speicher spezialisiert, vor allem für Elektroautos. Die sind aber für Hybrid-Fahrzeuge, bei denen die Zellen den Strom vor allem schnell aufnehmen und abgeben müssen, weniger nützlich. Damit wurden und werden die Li-Tec-Zellen in der Accumotive-Fabrik zwar für Elektro-Smart-Batterien verbaut, für die Hybriden von Daimlers S-, E- und C-Klasse kauft Accumotive aber lieber Spezial-Zellen aus Korea, Japan und den USA zu.

Die Batterietechnologie des Elektro-Smart wird aber auch in der neuen Accumotive-Produktlinie eingesetzt - stationären Speichern. Falls die am Markt ankommen, könnte es doch wieder eine Nachfrage nach den Li-Tec-Zellen geben. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) gab sich hoffnungsfroh: 100 Jahre nach der Entwicklung der frühen Automobile helfe Sachsen mit, "eine zweite automobile Revolution auszulösen: den Umstieg von Verbrennungs- auf Elektroantriebe".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.12.2014

hw

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