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Commerzbank bleibt im Aufwind

Banken Commerzbank bleibt im Aufwind

Im Tagesgeschäft läuft es bei der Commerzbank wieder. Der scheidende Konzernchef Blessing stellt die erste Ausschüttung an die Aktionäre seit seinem Amtsantritt im Mai 2008 in Aussicht - und kündigt seinen Abschied an.

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Der Gewinn der Commerzbank dürfte im dritten Quartal nur noch leicht gestiegen sein.

Quelle: Boris Roessler

Frankfurt/Main. Commerzbank-Chef Martin Blessing hält sein Institut in der Erfolgsspur und will sich mit der ersten Dividende seiner Amtszeit verabschieden.

Im Tagesgeschäft machte Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus im dritten Quartal 2015 weiter Fortschritte, wie der Dax-Konzern am Montag in Frankfurt mitteilte. Auch wenn es unter dem Strich einen Dämpfer gab, rückt für die gebeutelten Anteilseigner mit 20 Cent je Aktie die erste Gewinnausschüttung seit der Finanzkrise in greifbare Nähe.

An der Börse kam die Zwischenbilanz gut an, die Commerzbank-Aktie setzte sich am Montagmittag mit einem Plus von fast sieben Prozent an die Dax-Spitze. Die Zahlen übertrafen die Erwartungen und stellten auch die Nachricht vom Abschied Blessings in den Schatten. Blessing will seinen im Oktober 2016 auslaufenden Vertrag nicht verlängern, wie die Bank am Sonntag mitgeteilt hatte.

Im dritten Quartal 2015 steigerte das Institut den operativen Gewinn zum Vorjahreszeitraum um rund ein Viertel auf 429 Millionen Euro. Die Bank profitierte erneut von Zuwächsen im Privatkundengeschäft. Zudem musste sie dank robuster Konjunktur weniger Geld für faule Kredite zurücklegen. Der Überschuss sackte dennoch um acht Prozent auf 207 Millionen Euro ab - vor allem wegen einer höheren Steuerquote.

Nach neun Monaten hat die Commerzbank unter dem Strich 853 Millionen Euro verdient, gut 60 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit sieht sich der Konzern weiter auf Dividendenkurs. "Aus heutiger Sicht plant der Vorstand, eine Dividende für das Geschäftsjahr 2015 in Höhe von 20 Cent je Aktie vorzuschlagen", ließ Blessing mitteilen. Es wäre die erste Ausschüttung, seit er im Mai 2008 an die Konzernspitze rückte.

Aus Sicht des 52-Jährigen ist somit der richtige Zeitpunkt für seinen Abschied gekommen. Kurz nach Blessings Amtsantritt hatte die Commerzbank mitten in der Finanzkrise die Dresdner Bank übernommen und musste in der Folge selbst mit mehr als 18 Milliarden Euro Steuergeldern vom Staat gerettet werden. Inzwischen sei die Commerzbank wieder erfolgreich auf Kurs, bilanzierte Blessing.

Insbesondere Investitionen ins Privatkundengeschäft zahlen sich aus. So gewann die Bank seit Beginn ihrer Offensive Ende 2012 gut 750 000 zusätzliche Kunden. Allein im dritten Quartal verdoppelte sich der Gewinn der Sparte binnen Jahresfrist fast auf nun 230 Millionen Euro. Darin ist eine Sonderdividende des Zahlungskartenunternehmens der deutschen Kreditwirtschaft, die ihre Beteiligung am Kreditkartenkonzern Mastercard verkauft hatte, enthalten.

Die konzerneigene Bad Bank, in der Problemanlagen gebündelt sind, erwirtschaftete erstmals seit ihrer Einrichtung vor mehr als vier Jahren einen Quartalsgewinn. Dagegen musste die Commerzbank im wichtigen Geschäft mit Mittelstandskunden Federn lassen. Neben hohem Wettbewerbsdruck schlug auch die Insolvenz des Gebäudeausrüsters Imtech ins Kontor, an dem die Bank mit 11,8 Prozent beteilig ist. Darauf wurden nun Abschreibungen von 41 Millionen Euro fällig.

Für die letzten Wochen des Jahres bleibt die Bank zuversichtlich. Im Kerngeschäft sollen Erträge und Marktanteile weiter wachsen, wie Finanzchef Stephan Engels erklärte. Allerdings werde das Nettoergebnis im Schlussquartal auch wegen Kosten für den Umbau in einigen Konzernbereichen niedriger ausfallen.

dpa

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