Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+
Bundesfreiwilligendienst in Sachsen gut angenommen - Viele "Bufdis" sind Senioren

Bundesfreiwilligendienst in Sachsen gut angenommen - Viele "Bufdis" sind Senioren

Der Bundesfreiwilligendienst wird in Sachsen vergleichsweise gut angenommen. Bis Ende Februar haben im Freistaat 4987 Menschen entsprechende Verträge abgeschlossen, wie aus einer am Montag bekanntgewordenen Antwort des Bundesfamilienministeriums auf eine Anfrage der Linke-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervorgeht.

Voriger Artikel
Leiser und Schuhhof pleite - Filialnetz soll gerettet werden
Nächster Artikel
Brand macht Ostergeschäft für Geflügelhof Großenhain kaputt
Quelle: dpa

Auf mehr Freiwillige kommt sonst nur noch das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen (8204), deutschlandweit wurden 37.796 Verträge gezählt - damit ist nahezu jeder siebte „Bufdi“ in Sachsen zu Diensten.

Mit rund 26.000 sind der Statistik zufolge mehr als zwei Drittel jünger als 27 Jahre. Nur Sachsen bildet hierbei eine Ausnahme: Knapp 1400 Freiwillige in dieser Altersgruppe machen lediglich gut ein Viertel aller „Bufdis“ im Freistaat aus - 73 Prozent sind dagegen älter: Knapp 1700 sind zwischen 27 und 50, fast 1300 zwischen 51 und 60 und sogar immer noch 625 sind älter als 60. Deutschlandweit gibt es 1895 Freiwillige, die älter als 60 Jahre sind.

Zimmermann vermutet, dass „insbesondere Langzeitarbeitslose den Dienst als einzige Chance ansehen, um wieder eine Perspektive auf Arbeit und einen Zuverdienst zu haben.“ Zudem würden einstige Ein-Euro-Jobs nun als Plätze im Bundesfreiwilligendienst angeboten. Die Arbeitsmarktexpertin der Linken im Bundestag forderte stärkere Kontrollen, ob der Zivildienst-Nachfolger reguläre Beschäftigung verdrängt. „Die Bundesfreiwilligen dürfen auch kein billiger Ersatz für Fachkräfte sein“, mahnte Zimmermann, die auch Chefin des DGB Südwestsachsen ist.

Der Bundesfreiwilligendienst hat nach dem Aussetzen der Wehrpflicht den Zivildienst ersetzt. Er dauert 6 bis 24 Monate, in der Regel ein Jahr. Männer und Frauen ab 16 Jahren können in Krankenhäusern oder Behindertenheimen eingesetzt werden, aber auch in Bildung, Kultur, Sport und anderen Bereichen. Freiwillige erhalten neben Unterkunft, Dienstkleidung und Verpflegung ein Taschengeld von monatlich maximal 330 Euro.

„Auch wenn die Bundesregierung den Bundesfreiwilligendienst schon als Erfolgsgeschichte feiert, so gibt es doch Anhaltspunkte für Fehlanreize“, kritisiert Zimmermann. Sie wies auch darauf hin, dass Menschen ohne Job, die in den Freiwilligendienst wechselten, damit aus der Arbeitslosenstatistik fielen. Aber „insbesondere Hartz-IV-Empfänger beenden dadurch ihre Hilfebedürftigkeit nicht“, warnte die Abgeordnete.

Und noch etwas unterscheidet Sachsen in der Freiwilligen-Statistik vom Bundesdurchschnitt: Während deutschlandweit mehr Männer (19.963 zu 17.833 Frauen) „Bufdi“ sind, ist es im Freistaat umgekehrt: 2756 Frauen, 2231 Männer.

Tino Moritz, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft

Aktien Tops & Flops

DT. TELEKOM 14,69 +0,71%
BAYER 87,21 +0,71%
HEID. CEMENT 83,50 +0,67%
DT. BANK 14,73 -1,98%
VOLKSWAGEN VZ 118,37 -0,71%
LUFTHANSA 12,14 -0,50%

Wertpapiersuche

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Bakersteel Global AF 166,72%
Structured Solutio AF 154,79%
Stabilitas PACIFIC AF 142,96%
AXA IM Fixed Incom RF 139,36%
Polar Capital Fund AF 103,07%

mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr