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Büros von K+S durchsucht - Verdacht illegaler Abfallentsorgung

Umwelt Büros von K+S durchsucht - Verdacht illegaler Abfallentsorgung

In Thüringen und Hessen durchsuchen Ermittler Geschäftsräume des Kali-Konzerns K+S. Es geht um die Versenkung von Salzabwasser in der Gerstunger Mulde. Die Ermittlungen dazu laufen bereits seit Jahren.

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Wegen des Verdachts der illegalen Abfallentsorgung haben Ermittler Büro- und Geschäftsräume von K+S durchsucht.

Quelle: Uwe Zucchi

Erfurt/Gerstungen. Ermittler haben wegen des Verdachts illegaler Abfallentsorgung am Mittwoch Büro- und Geschäftsräume des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S durchsucht.

Neben der Zentrale in Kassel waren Büros im osthessischen Philippsthal und im thüringischen Unterbreizbach sowie zwei Privathäuser betroffen, wie das Thüringer Landeskriminalamt (LKA) in Erfurt mitteilte.

Die Ermittlungen richteten sich gegen 15 Verantwortliche von K+S sowie zwei Mitarbeiter des Thüringer Landesbergamtes. Es gehe darum, dass das Unternehmen Salzabwasser in der Gerstunger Mulde in den Erdboden gepumpt haben soll.

K+S mit Sitz in Kassel - und mit mehr als 4000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Grenzgebiet von Hessen und Thüringen - teilte mit, der Konzern kooperiere in vollem Umfang mit den Behörden. Zu den laufenden Ermittlungen wollte sich Unternehmenssprecher Michael Wudonig jedoch nicht äußern.

Die Beamten nahmen laut LKA Akten und elektronische Daten in Verwahrung. Aufgrund der Vielzahl an Unterlagen sollen die Durchsuchungen an diesem Donnerstag fortgesetzt werden.

Insgesamt soll der Konzern nach LKA-Angaben von 1999 bis 2007 bei der Kali-Gewinnung 9,5 Millionen Kubikmeter Abfall in den sogenannten Plattendolomit der Gerstunger Mulde versenkt haben. Die Genehmigung dafür erteilte das Landesbergamt, obwohl aus Sicht der Ermittler die wasserrechtlichen Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren.

Aufgrund der geologischen Beschaffenheit habe von vornherein damit gerechnet werden müssen, dass sich die versenkte Salzlauge unkontrolliert ausbreite. Der Mineralgehalt der versenkten Kalilauge sei etwa zehnmal höher als Meereswasser gewesen und habe damit eine Gefahr für das Grundwasser dargestellt.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Meiningen und die Durchsuchungen gehen auf eine Strafanzeige der thüringischen Gemeinde Gerstungen von 2008 zurück. Seither laufe ein umfangreiches Verfahren, dessen Ende derzeit noch nicht absehbar sei. Die Gemeinde Gerstungen hatte zudem bislang erfolglos gegen das Versenken von Salzabwässern vor Gericht geklagt.

Der Gerstunger Bürgermeister Werner Hartung teilte mit, die Gemeinde müsse sich aufgrund der Entsorgungspraxis von K+S und der in Hessen fortgeführten Versenkung von Kalilauge bis heute um das Trinkwasser sorgen. Die generelle Versenkung von Kalilauge schädige nicht nur das natürliche Grundwasser, sondern gefährde auch die Trinkwasserversorgung.

Der Dax-Konzern K+S steht derzeit im Übernahmekampf mit dem kanadischen Konkurrenten Potash. Potash hatte zuletzt 41 Euro je Aktie geboten. Die Kasseler haben dies als zu niedrig abgelehnt.

dpa

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