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"Brexit"-Zustimmung in britischer Wirtschaft wächst

EU "Brexit"-Zustimmung in britischer Wirtschaft wächst

Zwar lehnt die Mehrheit der britischen Wirtschaftsvertreter weiter einen "Brexit" ab - doch die Zahl der Befürworter eines EU-Austritts des Landes nimmt zu. Die Diskussion hat auch Auswirkungen auf die Zuwanderung aus Polen.

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Londons früherer Bürgermeister Boris Johnson kämpft für einen Austritt Großbritanniens aus der EU.

Quelle: Will Oliver

London. Wenige Wochen vor dem Referendum über einen EU-Austritt Großbritanniens steigt unter Firmenchefs die Zustimmung zum "Brexit". Einer Umfrage der britischen Handelskammer (BCC) zufolge sprachen sich im April 37 Prozent der befragten britischen Wirtschaftsvertreter für den "Brexit" aus.

Im Februar waren es noch 30 Prozent gewesen. Zugleich sank die Zahl der Befürworter einer EU-Mitgliedschaft von 60 Prozent auf 54 Prozent. Für die Erhebung waren 2200 Firmenchefs befragt worden.

Der Umfrage zufolge unterstützen vor allem Chefs größerer Unternehmen sowie von Firmen mit ausgeprägteren Handelsbeziehungen zu EU-Staaten eine Fortsetzung der britischen EU-Mitgliedschaft. Bis zur Abstimmung am 23. Juni bleibt es damit aller Voraussicht nach eng.

Der mögliche EU-Austritt hat auch Folgen für die Zuwanderung aus Polen, von wo in den vergangenen Jahren besonders viele Menschen nach Großbritannien gezogen waren. Denn auch aus Angst vor einem "Brexit" suchen erstmals seit Jahren polnische Auswanderer lieber in Deutschland nach Arbeit. Nach einer in Warschau veröffentlichten Umfrage würden derzeit 34 Prozent aller Auswanderungswilligen am liebsten im westlichen Nachbarland arbeiten, aber nur noch 18 Prozent in Großbritannien.

"Wir spüren ganz deutlich die mit dem "Brexit" verbundenen Ängste", sagte Maciej Witucki, Vorstandschef der Vermittlungsfirma Work Service, die die Untersuchung beim Umfrageinstitut Millward Brown in Auftrag gegeben hatte. Die Zahl der Interessenten, die derzeit auf der Suche nach Arbeit in Großbritannien seien, sei im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozentpunkte zurückgegangen. "Sie ziehen die Stabilität des deutschen Arbeitsmarktes den Unwägbarkeiten der Entwicklung in Großbritannien vor", sagte Witucki.

Ein Lockmittel sei auch der deutsche Mindestlohn von 8,50 Euro. Außerdem bestehe in Deutschland eine hohe Nachfrage vor allem an Deutsch sprechenden Facharbeitern und IT-Spezialisten aus Polen.

dpa

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