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Blick in die Chefetagen: Sachsens Mittelstand bei Frauenquote Spitze

Blick in die Chefetagen: Sachsens Mittelstand bei Frauenquote Spitze

Frauen an die Macht: In Sachsens Mittelstand ist das schon Normalität. Fast jedes dritte Unternehmen mit mehr als 2,5 Millionen Euro Umsatz wird von einer Frau geführt.

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Vorbild Mittelstand: In Sachsen sind Frauen in den Chefetagen gut vertreten.

Quelle: dpa

Nach einer aktuellen Studie der Initiative Unternehmer-Perspektiven der Commerzbank sind 31 Prozent der Top-Führungskräfte weiblich. „Beim Frauenanteil in den Chefetagen ist der Mittelstand im Freistaat bundesweit Spitze“, sagte der Chef der Mittelstandsbank der Commerzbank in Sachsen, Jörg Frischholz, am Freitag in Dresden.

Der Bundesdurchschnitt liege bei 20 Prozent. Damit toppe Sachsens Mittelstand auch die Quote in den DAX-Konzernen um ein Vielfaches. Für die Studie der Commerzbank zu Führungskräften im Mittelstand befragte TNS Infratest im Winter 2010/2011 bundesweit 4000 und landesweit 200 Eigentümer und Geschäftsführer.

„Der Frauenanteil kann durch den Generationswechsel weiter steigen“, sagte Frischholz. Im Osten werde mit dem Thema offener umgegangen als im Westen. Das ausgebaute Netz der Kinderbetreuung erleichtere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Frauen würden nach der Elternzeit reintegriert und könnten auch Teilzeit in Führungspositionen arbeiten. Manche aber scheuten die Verantwortung und den Spagat zwischen Job und Familie.

Laut Frischholz ist in Sachsen der Anteil von Gründerinnen und Unternehmerinnen größer, in der Regel sind weibliche Geschäftsführer aber angestellt. Frauendomäne sei das Gesundheitswesen, in Firmen verantworteten sie meist Personalwesen, Controlling oder Finanzen. Vertrieb und technische Bereiche wie Entwicklung und Produktion seien  nach wie vor in Männerhand. „Auch in technischen Zukunftsbranchen wie Logistik, Maschinenbau und der chemisch-pharmazeutischen Industrie besteht Nachholbedarf.“

Generell agieren bei knapp zwei Drittel der befragten Firmen überwiegend junge Führungsteams, die meisten Alleingeschäftsführer sind über 60 Jahre alt. „Der Patriarch an der Spitze ist passé“, sagte Frischholz. Jeder zweite Manager sei angestellt und habe keine Unternehmensanteile. Der vorherrschende Führungsstil sei sachlich, pragmatisch und visionär. Aus der Studie ersichtlich gebe es Defizite bei der Integration ausländischer Führungskräfte, der Nutzung neuer Formen der Personalführung und der Gewinnung von Managern von außerhalb. „Es fehlt frischer Wind, das birgt die Gefahr von Betriebsblindheit.“

dpa

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