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Bilfinger bleibt weiter in den roten Zahlen

Bau Bilfinger bleibt weiter in den roten Zahlen

Bilfinger kommt seit Jahren nicht aus der Krise. Die Quartalszahlen sind tiefrot - immerhin aber nur noch zweistellig. Viele Hoffnungen ruhen auf dem neuen Vorstandschef.

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Die Zurückhaltung von Stromkonzernen wegen der Energiewende in Deutschland, gekappte Investitionen in der Öl- und Gasindustrie und hausgemachte Probleme hatten Bilfinger in Schwierigkeiten gebracht.

Quelle: Uwe Anspach

Mannheim. Der kriselnde Industriedienstleister Bilfinger schreibt weiter rote Zahlen - der Verlust ist aber geringer geworden. Der Verkauf der Bau- und Gebäudedienste bescherte den Mannheimern allerdings erneut ein schwaches Quartal.

Die Zurückhaltung in der Öl- und Gasindustrie sowie ein maues Kraftwerksgeschäft schlugen ohne die profitable Einheit noch deutlicher zu Buche. Verluste im Kraftwerksgeschäft sowie Umbaukosten sorgten im zweiten Quartal unter dem Strich für einen Verlust von 54 Millionen Euro, nach einem Fehlbetrag von 423 Millionen ein Jahr zuvor. Das teilte Bilfinger am Mittwoch mit.

Die Mannheimer sind seit Jahren in der Krise. 2015 wurde ein Rekordverlust von knapp einer halben Milliarde Euro eingefahren. Nach dem Verkauf der profitablen Bau- und Gebäudedienstleistungen an den schwedischen Finanzinvestor EQT ist der einst stolze Baukonzern deutlich geschrumpft. Der Verkauf soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Die Mitarbeiterzahl lag zuletzt noch bei 38 997, nach 44 672 Beschäftigten ein Jahr zuvor.

Es waren die ersten Quartalszahlen, die unter dem neuen Vorstandschef Tom Blades vorgestellt wurden. Er hatte Anfang Juli sein Amt angetreten. Zuletzt war kein Chef lange geblieben. Viele Hoffnungen hatten auf dem hessischen Ex-Ministerpräsidenten Roland Koch geruht, der 2011 Vorstandschef wurde. Doch wegen schlechter Zahlen musste er 2014 gehen. Sein Vorgänger und Nachfolger Herbert Bodner hatte als Interimschef nur einen Kurzauftritt. Dann kam Per Utnegaard - und ging nach noch nicht einmal einem Jahr wieder.

Die Leistung sank von April bis Juni im Jahresvergleich um 14 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Auftragsbestand und Auftragseingang, die auf die künftige Entwicklung schließen lassen, sackten um 24 beziehungsweise 13 Prozent ab.

Bilfinger hat seine Prognosen für das laufende Jahr nach dem Chefwechsel konkretisiert: Weil die Nachfrage im Industriegeschäft im Zuge des Ölpreisverfalls schwächelt, dürfte die Leistung im Vorjahresvergleich deutlich auf rund 4,1 Milliarden Euro sinken. Bisher hatte der MDax-Konzern keine konkrete Zahl genannt.

An der Börse knickte der Kurs der Bilfinger-Aktie zum Handelsstart in Frankfurt um rund ein Prozent ein. Die Papiere sind damit im bisherigen Jahresverlauf weiterhin der schwächste Wert im MDax der mittelgroßen Unternehmen. DZ-Bank-Analyst Thorsten Reigber zeigte sich von den Kennzahlen dennoch positiv überrascht. Die Bilfinger-Aktien blieben eine spekulative Wette auf eine Wende, schrieb er am Morgen.

dpa

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