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Bilanzturbulenzen bei Bastei Lübbe

Verlage Bilanzturbulenzen bei Bastei Lübbe

Der Bastei-Lübbe-Verlag kommt nicht zur Ruhe. Erst vor wenigen Wochen hatte der komplette Aufsichtsrat des Kölner Buchverlages seinen Rücktritt angekündigt.

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Bücher des Verlages Bastei Lübbe: Der Verlag kommt nicht zur Ruhe.

Quelle: Henning Kaiser

Köln. Jetzt muss das Unternehmen auch noch seine Hauptversammlung um mehr als zwei Monate verschieben, nachdem die Wirtschaftsprüfer auf eine Abänderung des im Juni veröffentlichten Konzernabschlusses 2015/16 drängten, teilte das Unternehmen mit.

Im Mittelpunkt der Bilanz-Turbulenzen steht das Verhältnis von Bastei Lübbe zu dem britischen Unternehmen Blue Sky Tech Ventures. Die Kölner hatten den Briten 2015 die Mehrheit an der E-Book-Plattform Oolipo und darüber hinaus eine Beteiligung am Spieleentwickler Daedalic verkauft. Der vereinbarte Kaufpreis hatte Bastei Lübbe dabei erlaubt, den Bilanzwert der verbliebenen Anteile aufzustocken.

Doch gehen die Wirtschaftsprüfer nach Verlagsangaben inzwischen davon aus, dass Bastei Lübbe aufgrund diverser Rechte, die sich aus dem Kaufvertrag ergaben, spätestens seit Ende März 2015 die Verfügungsgewalt über Blue Sky besaß und daher das Unternehmen und die von Blue Sky gehaltenen Beteiligungen voll zu konsolidieren hatte. Damit fehlt die Grundlage für die Höherbewertung der verbliebenen Oolipo- und Daedalic-Anteile.

"Selbst wenn es für uns unverständlich bleibt, warum die Prüfer nun zu einem anderen Ergebnis kommen als in beiden Prüfungen zuvor: Am Ende müssen wir den Experten in der Frage der internationalen Bilanzierungsregeln vertrauen und sehen uns durch diese Neueinschätzung seitens KPMG aufgefordert, die Bilanzierung entsprechend zu ändern", sagte Verlagschef Thomas Schierack.

Voraussichtlich werde dadurch das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) für die betroffenen Geschäftsjahre 2014/15 und 2015/16 um bis zu 15 Millionen Euro niedriger ausfallen. Die ursprünglich für den 15. September einberufene Hauptversammlung werde voraussichtlich am 30. November 2016 nachgeholt.

dpa

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