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Banken sollen neue riesige Finanzpuffer aufbauen

Banken Banken sollen neue riesige Finanzpuffer aufbauen

"Robuste weltweite Standards" sollen das globale Finanzsystem weiter stabilisieren. Das soll verhindern, dass Großbanken in Krisen nicht mehr mit Steuergeld gerettet werden müssen - verlangt aber den Instituten zunächst viel ab.

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Frankfurter Bankenskyline: Die Regeln sollen für jene Banken gelten, deren Scheitern das weltweite Finanzsystem aus den Angeln heben könnte.

Quelle: Boris Roessler/Archiv

Basel. Die weltweit größten Banken müssen in den kommenden Jahren gewaltige neue Sicherheitspolster aufbauen. Künftig werden ihnen zusätzliche Puffer von bis zu 1,2 Billionen Euro abverlangt, die im Fall einer Schieflage Verluste auffangen sollen.

Die verbindlichen Standards dafür hat der Finanzstabilitätsrat (FSB) als Gremium der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) am Montag in Basel veröffentlicht. Demnach müssen bei den bedeutendsten Banken der Welt in zwei Schritten bis 2022 mindestens 18 Prozent der Bilanzrisiken zur Verlustabdeckung zur Verfügung stehen. Sie müssen damit jederzeit in Eigenkapital umwandelbar sein.

"Der FSB hat sich auf robuste weltweite Standards verständigt", sagte der britische Notenbankchef Mark Carney, der dem FSB vorsitzt. Mit den neuen Vorgaben wollen die G20 das globale Finanzsystem weiter stabilisieren. Ziel ist es, dass Großbanken bei Schieflagen nicht mehr mit Steuergeld gerettet werden müssen.

Die Regeln sollen für jene Banken gelten, deren Scheitern das weltweite Finanzsystem aus den Angeln heben könnte. Zu dieser Gruppe gehören derzeit 30 Institute, darunter auch die Deutsche Bank. Bislang galten diese Institute als zu groß und zu vernetzt, sodass sie wegen der Folgerisiken nicht pleitegehen konnten und der Steuerzahler einspringen musste.

Dagegen wurden bereits mehrere Maßnahmen eingeleitet, unter anderem die Vorgabe, dass vorrangig Eigentümer und Gläubiger der Banken bei einer Rettung zur Kasse gebeten werden. Mit dem Total Loss-Absorbing Capacity (TLAC) genannten Puffer zieht die Politik nun die letzte geplante neue Schutzschicht ein. Die Umsetzung der internationalen Vereinbarungen in konkrete Regeln ist dann Sache der nationalen Gesetzgeber.

Bis 2019 müssen die Großbanken aus den Industrieländern 16 Prozent ihrer Risikopositionen als Haftungsmasse zur Verlustabdeckung vorhalten, zusätzlich zu den bisherigen Kapitalpuffern. Dazu zählen dann auch Anleihen und andere Schuldscheine. Bis 2022 müssen es 18 Prozent sein. Zudem müssen nicht nur die Risiken abgesichert sein, sondern auch die gesamte Bilanzsumme. Sie muss künftig mit 6,75 Prozent TLAC-Mitteln abgesichert sein. Nach einer vom FSB eingeleiteten Untersuchung übersteigen die Vorteile der neuen Regelverschärfung für Banken die Nachteile.

Die Banken stehen nach Ansicht des FSB-Vorsitzenden Carney nun vor einer gewaltigen Aufgabe, ihre Kapitalstruktur und Geschäftsmodelle an die neuen Vorgaben anzupassen. Das werde "mehrere Jahre" dauern. Zwei Drittel der 30 Großbanken verfehlen derzeit noch die Kriterien für 2019. Nach FSB-Angaben fehlen den Banken insgesamt derzeit je nach möglichem TLAC-Instrument 457 Milliarden bis 1,1 Billionen Euro. Allerdings fallen diese Summen deutlich auf 107 bis 776 Milliarden Euro, wenn die vier größten chinesischen Banken nicht mit eingerechnet werden. Für sie gelten längere Übergangszeiten bei der Anwendung der neuen Regeln.

dpa

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