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Ausstände in 26 Betrieben: So viele Streiks wie noch nie in Sachsen

Ausstände in 26 Betrieben: So viele Streiks wie noch nie in Sachsen

Dauerstreik bei Bahn, Lufthansa und Amazon, Arbeitsniederlegungen bei Telekom und DHL, Ausstand in Kitas und Horten: 2014 war in Sachsen das Jahr der Arbeitskämpfe.

Noch nie fielen so viele Arbeitstage wegen Arbeitsniederlegungen aus wie im vergangenen Jahr. Das hat die Regionaldirektion Chemnitz der Bundesagentur für Arbeit ausgerechnet.

In 26 Betrieben war im Laufe des Jahres mindestens einmal gestreikt worden, mehr als in allen anderen Jahren seit 2005. Und die Arbeitskämpfe waren deutlich heftiger als früher: Zum ersten Mal überhaupt fielen in Sachsen mehr als 10 000 Arbeitstage aus. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr genau 10 525 Streiktage gezählt. Das waren fast doppelt so viele wie in den beiden Jahren davor, als es jeweils 5000 bis 6000 waren - und mehr als in den Jahren 2005 bis 2011 zusammen. In den sieben Jahren hatte die Behörde insgesamt nur 9400 Ausfalltage gezählt, im Schnitt also nur 1300 pro Jahr.

Die meisten Tage fielen im Einzelhandel aus, wo allein 3529 Streiktage gezählt wurden. Grund dürfte vor allem der seit über zwei Jahren schwelende Konflikt bei Amazon in Leipzig sein, wo es immer wieder zu Arbeitsniederlegungen kommt. 2702 Ausfalltage gab es in der Telekombranche, wo es 2014 mehrfach Ausstände an verschiedenen Standorten der Deutschen Telekom gegeben hatte. Weitere 2580 Tage entfielen auf das Transportgewerbe sowie knapp 2000 auf den öffentlichen Dienst inklusive Kitas, wo es bereits vor gut einem Jahr die ersten Warnstreiks gegeben hatte.

Gegen den Trend leicht gesunken ist hingegen die Zahl der Mitarbeiter, die an mindestens einem Streik teilnahmen. 2014 beteiligten sich laut den Angaben exakt 3221 Arbeitnehmer an den Ausständen, gut 300 weniger als im Jahr davor. Dafür blieb aber jeder fast doppelt so lang der Arbeit fern: Im Schnitt 3,3 Tage statt 1,7 im Vorjahr. Die allermeisten Streikteilnehmer waren 2014 weniger als sieben Tage im Ausstand: 3077. Nur 144 Arbeitnehmer streikten länger, davon 68 bis zu 24 Tage und 76 sogar 25 Tage und mehr.

Grundlage der Erhebung sind die Meldungen der Betriebe an die Jobcenter. Denn alle Arbeitskämpfe müssen bei den Arbeitsagenturen angezeigt werden. So soll verhindert werden, dass die Behörde Arbeitslose als Streikbrecher in diese Betriebe vermittelt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.07.2015

Frank Johannsen

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