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Aufseher drängen Chefin von Bluttest-Start-up aus der Branche

Medizin Aufseher drängen Chefin von Bluttest-Start-up aus der Branche

Elizabeth Holmes stand jahrelang für eine spektakuläre Erfolgsgeschichte: Eine junge Studienabbrecherin, die das Geschäft mit Bluttests umkrempelt. Doch jetzt könnte sie für zwei Jahre aus der Branche verbannt werden.

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Bluttest in einem Transfusionszentrum.

Quelle: Rainer Jensen/Archiv/Symbol

Palo Alto. Das einst mit Milliarden bewertete Bluttest-Start-up Theranos steht vor seinem schwersten Rückschlag. Die Aufsichtsbehörde CMS verbot Gründerin und Chefin Elizabeth Holmes, zwei Jahre lang ein Labor zu betreiben oder zu besitzen.

Als Grund wurden Unregelmäßigkeiten in einem Theranos-Labor in Kalifornien genannt. Die Betriebserlaubnis für diese Einrichtung wurde Theranos entzogen. Die Entscheidungen treten in 60 Tagen in Kraft. Theranos will in dieser Zeit noch die Aufseher überzeugen.

Die anstehende Verbannung aus der Branche wirft Fragen zur Zukunft von Holmes bei Theranos auf. Der Verwaltungsrat könnte versuchen, sich von ihr zu trennen, um weitermachen zu können. Das Unternehmen erklärte aber am späten Freitag, dass es mit Holmes an der Spitze weitermachen wolle. Das Unternehmen könnte auch auf den Betrieb von Laboren verzichten und sich auf die Technologie-Entwicklung konzentrieren.

Die CMS ist den USA für die öffentliche und bundesstaatliche Krankenversicherung Medicare zuständig. Sie hatte Unregelmäßigkeiten in dem Labor im kalifornischen Newark gefunden, die sie am Freitag auf rund 30 Seiten auflistete. Die Entscheidung schließt auch eine Geldstrafe von 10 000 Dollar pro Tag ein, die vom 12. Juli an bis zum Ausräumen aller Beanstandungen zu zahlen ist.

Theranos versprach, Bluttests durch deutlich kleinere Proben zu revolutionieren. Die Firma wurde in der vergangenen Finanzierungsrunde laut Medienberichten mit rund neun Milliarden Dollar bewertet. Holmes wurde zum Star in der Technologie-Szene, trat auf diversen Konferenzen auf und war auf Magazin-Covern zu sehen. Dabei wurde sie oft auch als Milliardärin bezeichnet - das beruhte aber nur auf der Gesamtbewertung bei den Finanzierungsrunden und Holmes' Anteil von rund der Hälfte.

Die Demontage begann im vergangenen Herbst mit einer Serie von Enthüllungsberichten im "Wall Street Journal", bei der Technologie gebe es massive Probleme. Inzwischen ermitteln die Börsenaufsicht SEC und die kalifornische Staatsanwaltschaft. Theranos musste einen Teil der bisherigen Testergebnisse korrigieren, beharrt aber darauf, dass die Technologie funktioniere. Das Unternehmen hat noch ein Labor im Bundesstaat Arizona, das jetzt alle Proben verarbeitet.

dpa

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