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Anleger nervös nach Zinsentscheidung der US-Notenbank

Zentralbanken Anleger nervös nach Zinsentscheidung der US-Notenbank

Die US-Notenbank Fed hält sich alle Optionen offen: Zunächst lässt sie den Leitzins dort, wo er ist. Die Konjunkturaussichten haben sich eingetrübt. Die Börsen reagieren wenig begeistert.

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Zinserhöhung unwahrscheinlich, sagen Experten: Die US-Notenbank Federal Reserve berät wieder über das Zinsniveau.

Quelle: Arno Burgi/dpa

Washington. Mit Verunsicherung haben Anleger auf die jüngste Zinssitzung der US-Notenbank (Fed) reagiert. Die Fed hatte den Leitzins am Mittwochabend wie erwartet zunächst nicht weiter erhöht.

Zugleich rückten die Währungshüter weltwirtschaftliche Risiken stärker in den Fokus. Das sorgte für Nervosität an den Finanzmärkten. Am deutschen Aktienmarkt ging es am Donnerstag zunächst abwärts. Auch in Tokio zeigten die Kurse nach unten.

Der Offenmarkt-Ausschuss der Fed beließ den kurzfristigen Leitzins bei einer Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent. Für mögliche künftige Zinsschritte ließ sich die Fed die Tür offen.

Die Notenbank erklärte, es werde auch in Zukunft höchstens kleine Zinsschritte geben. "Der Ausschuss glaubt, dass die wirtschaftlichen Entwicklungen sich in einer Art zeigen, die nur graduelle Erhöhungen rechtfertigen wird." Der Zinssatz werde für einige Zeit unterhalb dessen bleiben, was längerfristig gelten werde.

Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass die Notenbank im laufenden Jahr weniger als die erwarteten vier Zinsschritte unternimmt.

An diesem Freitag werden in den USA die Wachstumszahlen für das vierte Quartal 2015 vorgelegt, das lässt weitere Rückschlüsse auf die Politik der US-Notenbank zu. Zuletzt hatten die Daten vom Arbeitsmarkt positiv gestimmt, Exporte und Inflation waren jedoch schwach. Vor allem die Schwäche Chinas, die Finanzmarktturbulenzen und die Probleme der Ölförderer hatten die US-Wirtschaft jüngst belastet.

"Die Inflation wird in naher Zukunft gering bleiben", heißt es in einem Statement der Fed, und werde sich erst mittelfristig erholen. "Der Ausschuss beobachtet genau weltwirtschaftliche und finanzielle Entwicklungen und beurteilt deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Inflation."

Die Fed hatte im Dezember erstmals nach sieben Jahren das Zinsniveau leicht um 0,25 Punkte angehoben und damit ein Ende der Ära besonders billigen Geldes eingeleitet. Kritiker wandten ein, die Entscheidung komme angesichts der weltwirtschaftlichen Lage zu früh. "Der Zinserhöhungszyklus könnte als großer Fehler in die Geschichtsbücher eingehen", erklärte der Chefvolkswirt der VP Bank Group, Thomas Gitzel am Donnerstag. 

Experten des Forschungsunternehmens Capital Economics halten vor allem eine Verbesserung der Wirtschaftsdaten in China für eine Bedingung weiterer Zinsanhebungen. Diese könne für die kommende Sitzung am 16. März zu spät kommen. In der zweiten Jahreshälfte dürfte die US-Notenbank jedoch die Zinsen rascher anheben als von den Märkten erwartet, schätzt das Analysehaus.

dpa

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