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Amazon sucht in Leipzig 2800 Saisonarbeitskräfte – Stundenlohn deutlich unter West-Niveau

Amazon sucht in Leipzig 2800 Saisonarbeitskräfte – Stundenlohn deutlich unter West-Niveau

Der Online-Versandhändler Amazon sucht für sein Leipziger Logistikzentrum ab August mehr als 2800 Saisonarbeitskräfte zur Vorbereitung auf das Weihnachtsgeschäft.

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Blick in das Leipziger Logistikzentrum von Amazon: Für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft werden hier mehr als 2800 Saisonmitarbeiter gesucht.

Quelle: Andreas Doering

Die Bezahlung der Mitarbeiter soll ab September steigen. Sie liege jedoch noch immer deutlich unter West-Niveau, kritisieren Gewerkschafts-Vertreter. Die Arbeitsagentur Leipzig spricht dagegen von einem „guten Stundenlohn für diese Art der Arbeit in Leipzig“.

Nach Informationen von LVZ-Online verdienen die Amazon-Mitarbeiter in Leipzig bislang im ersten Arbeitsjahr 7,76 Euro brutto pro Stunde. Aufgrund von Beschwerden aus der Belegschaft über zu niedrige Löhne hatte das Unternehmen vor gut einer Woche angekündigt, seinen Mitarbeitern in der Messestadt künftig mehr Geld zu zahlen. Ab 1. September soll der Einstiegslohn auf 8,33 Euro pro Stunde steigen, im zweiten Arbeitsjahr beträgt er dann 9,05 Euro und damit 40 Cent mehr als bisher.

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Das Amazon-Logistikzentrum in Leipzig: Der Online-Versandhändler beschäftigt hier mehr als 1000 Mitarbeiter.

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„In der Belegschaft wächst der Unmut“

Für eine Aushilfstätigkeit in Leipzig sei dies ein „guter Stundenlohn“, sagte Veronika Zisler vom Jobcenter der Arbeitsagantur am Montag. „Es gibt Löhne für Fachtätigkeiten, die weit darunter liegen.“ Wie die Sprecherin erklärte, könnten die Amazon-Mitarbeiter durch ein Prämiensystem ihre Bezahlung weiter erhöhen. Bei guten Teamleistungen steige der Grundlohn dabei um bis zu zwölf Prozent.

Im deutschlandweiten Vergleich bekommen die Leipziger jedoch weiterhin weniger Geld als ihre Kollegen an anderen Standorten – obwohl sie die gleichen Aufgaben und selbst wenn sie mehr Erfahrung haben. Amazon-Mitarbeiter in Graben bei Augsburg (Bayern) und Rheinberg bei Duisburg (Nordrhein-Westfalen) erhalten nach Angaben aus der Belegschaft im ersten Jahr 9,15 Euro und im zweiten Jahr 11,30 Euro pro Stunde. „In der Belegschaft wächst der Unmut“, berichtete der Leipziger Verdi-Gewerkschaftssekretär Thomas Schneider bereits vor einigen Tagen. Er bekomme deshalb seit Wochen täglich Beitrittserklärungen.

Anforderungen für Bewerber „minimal“

Derzeit beschäftigt Amazon in Leipzig mehr als 1000 Mitarbeiter aus der Region. Für das Weihnachtsgeschäft wird das Personal am 2006 gegründeten Standort an der Torgauer Straße fast vervierfacht. Gesucht werden vor allem Mitarbeiter in den Bereichen Wareneingang, Lager und Verpackung. Die Anforderungen seien „minimal“, betonte die Sprecherin des Jobcenters. „Es sind keine fachlichen Qualifikationen notwendig, auch ein Schulabschluss muss nicht zwingend vorhanden sein“, sagte Zisler. Die Bewerber sollten jedoch gut Deutsch sprechen können, für Schicht- und Wochenendarbeit bereit sowie körperlich belastbar sein. Eine Altersgrenze gebe es nicht.

Die Bewerbungsverfahren laufen bereits seit zwei Monaten. „Die Resonanz ist wie in jedem Jahr groß“, sagte Zisler ohne genaue Bewerberzahlen zu nennen. Die ersten Mitarbeiter sollen bereits Anfang August mit der Arbeit beginnen. „Wöchentlich werden dann weitere eingestellt“, so die Jobcenter-Sprecherin.

Zisler geht davon aus, dass ein Teil der Mitarbeiter anschließend in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen wird und auch Langzeitarbeitslose so die Chance auf einen neuen Job bekommen. „Die überwiegende Zahl der Festangestellten wird erfahrungsgemäß  aus den Saisonarbeitskräften gewonnen“, berichtete sie. In den Vorjahren waren dies jeweils mehrere hundert Mitarbeiter. Sie erhielten jedoch lediglich befristete Arbeitsverträge, was bei der Gewerkschaft Verdi ebenfalls auf Kritik stieß.

Für interessierte Bewerber gibt es am Mittwoch, 20. Juli, 13 Uhr, bei der Leipziger Agentur für Arbeit in der Georg-Schumann-Straße 150 (BiZ Raum 1) eine Informationsveranstaltung. Eine Voranmeldung ist nicht nötig.

Robert Nößler / Markus Werning

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