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Wehrbeauftragter fordert mehr Soldaten

Konflikte Wehrbeauftragter fordert mehr Soldaten

Im Kalten Krieg hatte die Bundeswehr eine halbe Million Soldaten. Seit der Wiedervereinigung schrumpft die Truppe kontinuierlich. Der Wehrbeauftragte und der Bundeswehrverband schlagen nun Alarm und fordern eine Trendwende.

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«Die Bundeswehr ist seit 25 Jahren personell im freien Fall», sagt der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages.

Quelle: Kay Nietfeld

Berlin. Angesichts der weltweiten Krisen wird der Ruf nach einer Vergrößerung der Bundeswehr immer lauter. Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels fordert eine Aufstockung der Truppenstärke um mindestens 7000 Soldaten.

"Die Bundeswehr ist seit 25 Jahren personell im freien Fall", sagte er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Bundeswehrverband sieht die Truppe "absolut im roten Bereich" und verlangt 5000 bis 10 000 zusätzliche Soldaten.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für dpa unterstützt eine Mehrheit der Deutschen solche Forderungen: 56 Prozent sind für eine Truppenaufstockung, nur 30 Prozent dagegen.

Das Verteidigungsministerium prüft derzeit den Personalbedarf, die Ergebnisse dürften spätestens im Frühjahr vorliegen. Von den fast 600 000 Soldaten unmittelbar nach der Wiedervereinigung sind heute nur noch 178 000 übrig. Bartels fordert nun eine Trendwende. "Es kann nicht weiter zurückgehen, es muss hoch", sagt er.

Nach den Vorstellungen des Wehrbeauftragten des Bundestags müssen mindestens wieder die 185 000 Soldaten erreicht werden, die die 2010 eingeleitete Bundeswehrreform vorsieht. "Aber warum nicht auch 187 000 oder sogar mehr? Man muss die Zahl erreichen, die nach den Strukturen, die ausgeplant sind, wirklich gebraucht wird."

Der Wehrbeauftragte fordert unter anderem eine Erhöhung der Dienstposten für freiwillig Wehrdienstleistende. Derzeit gibt es nur 5000 solcher Stellen, obwohl durchschnittlich 10 000 Freiwillige bei der Bundeswehr beschäftigt sind. "Freiwillig Wehrdienstleistende, die keinen Dienstposten haben, braucht man nicht", sagte Bartels. "Das ist auch für die jungen Leute eine Zumutung."

Die Dienstposten sind feste Planstellen mit klarer Aufgabenzuteilung. Für die darüber hinaus eingestellten Freiwilligen gilt diese klare Einbindung in die Bundeswehrstrukturen nicht.

Der Bundeswehrverband dringt auf eine Vergrößerung der Bundeswehr noch vor der nächsten Bundestagswahl im 2017. "Das alles, was wir machen sollen, das geht mit dem jetzigen Personal und Material so nicht mehr weiter", sagte der Chef der Soldatengewerkschaft, André Wüstner, am Sonntag im Deutschlandfunk. Er geht davon aus, dass derzeit rund 20 000 Soldaten in Einsätzen sind oder einsatzähnliche Aufgaben übernehmen.

Ein großer Teil - rund 7000 Soldaten - ist für die Flüchtlingshilfe abgestellt. Wüstner fordert, diese Unterstützung der zuständigen Behörden nächstes Jahr zu beenden. "Es ist nicht unsere Kernkompetenz und auch nicht unsere Kernaufgabe", sagte er.

dpa

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