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TV-Richter Hold will ins Schloss Bellevue

Besuch in Dresden TV-Richter Hold will ins Schloss Bellevue

Millionen kennen ihn aus dem Fernsehen. Und seine Fans vertrauten ihm, sagt TV-Richter Alexander Hold. Die Freien Wähler sehen nicht nur deshalb in ihm einen allseits wählbaren Kandidaten fürs Bundespräsidentenamt.

Der deutsche Jurist und Fernsehdarsteller Alexander Hold posiert am 01.09.2016 am Rande eines Pressegesprächs in Dresden (Sachsen). Hold ist Kandidat der Freien Wähler für das Amt als Bundespräsident.

Quelle: dpa

Dresden. Er gibt sich bodenständig, konsequent und als ein Mann aus dem Volk, dem Fernsehvolk. Rund eine Milliarde Mal pro Jahr würden seine Sendungen eingeschaltet, sagt Alexander Hold, der seit 15 Jahren als Fernsehrichter bei Sat.1 vor der Kamera steht. „Das sind natürlich auch immer wieder die gleichen“, schränkt er ein. Schon seit Jahren ist er auch in der Politik aktiv - ehrenamtlich als Stadtrat in Kempten im Allgäu, seiner Heimatstadt. Nun will er nach Berlin. Ins Schloss Bellevue.

Während bei den großen Parteien die Gespräche über einen geeigneten Nachfolger für Bundespräsident Joachim Gauck offiziell noch gar nicht begonnen haben, präsentieren die Freien Wähler (FW) Hold schon als ihren Kandidaten für das höchste Staatsamt - zuletzt am Donnerstag in Dresden. Nur die AfD hat ebenfalls mit Albrecht Glaser schon einen Kandidaten benannt.

Zehn Wahlmänner und Frauen würden die Freien Wähler voraussichtlich in die Bundesversammlung entsenden, in der am 12. Februar 2017 wohl mehr als 1200 Stimmberechtigte über den neuen Bundespräsidenten entscheiden, sagt Steffen Große, FW-Landesvorsitzender in Sachsen. Dennoch sei Holds Kandidatur nicht aussichtslos, der 54-Jährige „ein hervorragender Kandidat und für alle wählbar“.

Dass ihm seine TV-Popularität helfen kann, weiß der Jurist. „Mich kennen die Bürger als Zuschauer zum Großteil seit 15 Jahren, und zwar als jemand, der versucht, allen gerecht zu werden. Der aber am Ende auch klar entscheidet und der vor allem das, was er entscheidet, auch erklärt.“ Daran fehle es in der großen Politik. „Ich habe das Gefühl, dass wir gerade alle so ein bisschen das Vertrauen verlieren in unser Gemeinwesen, das Vertrauen in unsere große Politik, den Rechtsstaat, in die europäische Idee.“

Dieses Vertrauen zurückzugewinnen sei sein „Oberthema“, sagt Hold. „Ich mache seit langem Politik - ehrenamtlich. Ich glaube, zum Ehrenamt haben die Menschen mehr Vertrauen. Ich bin Jurist, ich habe Politik studiert. Also ich habe schon ein gewisses Fundament für das, was man bräuchte als Bundespräsident.“ Die Bürger hätten ohnehin das Gefühl, „dass das Amt des Bundespräsidenten irgendwo in Hinterzimmern ausgekakelt wird nach Koalitionsarithmetik oder nach den Aussichten für die bald bevorstehende Bundestagswahl.“

Er nimmt die Sache sportlich. „Ich fühl mich da so ein bisschen wie ein Spieler von Dynamo Dresden, den man angesichts eines Pokalspiels gegen Bayern München fragt: Warum machst Du denn das überhaupt?“ Der Pokal hat seine eigenen Regeln. „Und wer weiß, vielleicht hat die Politik ja auch eigene Gesetze.“

Derzeit läuft Hold noch mehrere Stunden täglich über die Bildschirme, ob mit Rechtstipps im Frühstücksfernsehen, in Wiederholungen als „Richter Alexander Hold“ oder „Im Namen der Gerechtigkeit“. „Davon hat der Sender noch ungefähr Hundert ungesendete neue Folgen“, sagt Hold. An der Ausstrahlung werde sich wegen seiner Kandidatur nichts ändern. „Zum Glück sieht man das bei meinem Sender sehr entspannt.“

All das aufzugeben, wäre er aber bereit. „Das Amt des Bundespräsidenten wäre natürlich das Ende jeglicher Fernsehkarriere. Das schließt sich aus“, sagt Hold - kommt dann aber ins Grübeln und auf einen ehemaligen US-Präsidenten, der mal Schauspieler war, zu sprechen. „Ich weiß ja auch nicht. Aber die alten Filme mit Ronald Reagan, wurden die dann auch weiter wiederholt, als er Präsident war?“

Martin Fischer, dpa

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