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Studie: Positiver Trend in Kitas

Kindergärten Studie: Positiver Trend in Kitas

Je größer die Gruppe, desto geringer die individuelle Förderung: Der Betreuungsschlüssel in Krippe oder Kindergarten ist ein Qualitätsmerkmal. Nach einer Studie verbessert sich die Lage - aber nicht überall.

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Experten empfehlen für Krippen höchstens drei Kinder pro Erzieher oder zwischen sieben und acht Kindergartenkinder.

Quelle: Arno Burgi

Gütersloh. In Krippen und Kindergärten in Deutschland wird die Betreuung immer besser, allerdings fehlen immer noch mehr als 100 000 Erzieher. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor.

Demnach kommen im Schnitt 9,3 Kinder auf eine Fachkraft, 2012 waren es noch 9,8 Kinder. Bei der Ganztagsbetreuung in Krippen kümmert sich ein Erzieher oder eine Erzieherin um 4,3 Kinder, drei Jahre zuvor waren es 4,8.

Für eine kindgerechte Betreuung empfehlen die Experten der Stiftung einen Schlüssel von 1 zu 3 bei den unter Dreijährigen und von 1 zu 7,5 bei den Kindergartenkindern. Bundesweit fordert die Stiftung mit Sitz in Gütersloh zusätzlich 107 000 Vollzeitstellen für Erzieher in Krippen und Kindergärten. Das würde 4,8 Milliarden Euro kosten.

"Die Finanzierung erfordert eine gewaltige Kraftanstrengung, die von Bund, Ländern, Kommunen, Trägern und Eltern nur gemeinsam zu stemmen ist", sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Zudem fallen Bildungschancen je nach Wohnort eines Kindes unterschiedlich aus. "Der Kita-Besuch allein verbessert nicht die Bildungschancen der Kinder. Es kommt auf die Qualität der Angebote an", sagt Dräger.

In Baden-Württemberg betreut eine Fachkraft im Schnitt 7,3 Kindergartenkinder, in Mecklenburg-Vorpommern sind es mit 14,1 fast doppelt so viele. Generell ist der Betreuungsschlüssel in den ostdeutschen Bundesländern schlechter als in Westdeutschland. Eine ostdeutsche Fachkraft ist für 6,1 Krippenkinder verantwortlich, eine Kollegin im Westen nur für 3,6. Das liegt auch am deutlich größeren Anteil an Krippenkindern in Ostdeutschland. Hier besuchen 46,8 Prozent der unter Dreijährigen eine Kita, in den westdeutschen Bundesländern sind es nur halb so viele (23,6 Prozent).

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) rief die Länder auf, sich auf bundesweit einheitliche Standards in Kindertagesstätten zu verständigen. "Ich unterstütze ein solches Qualitätsgesetz, ich würde das gerne machen", sagte Schwesig am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Hessen etwa lehne ein solches gemeinsames Qualitätsgesetz ab, das zum Beispiel die Größe der Gruppen festlegen würde. Derzeit führe der Bund aber gute Gespräche mit den Ländern.

Auch Bayern lehnt Schwesigs Forderung nach einem Bundesqualitätsgesetz für Kitas ab. "Ein Bundesgesetz bedeutet in den meisten Fällen, dass der kleinste gemeinsame Nenner festgeschrieben wird", sagte Bayerns Familienministerin Emilia Müller laut Mitteilung. Deshalb sei sie für eine Länderlösung.

Die CSU-Politikerin kritisierte die Studie der Bertelsmann-Stiftung als einseitig. "Das reine Aufzählen von Personalschlüsseln und die stets negative Bewertung dieser Zahlen wird der komplexen, verantwortungsvollen Aufgabe der Kinderbetreuung und dem Engagement der Betreuerinnen und Betreuer nicht gerecht", sagte Müller.

dpa

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