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Pisa-Studie: Mehr Computer nicht gleich mehr Lernkompetenz

Bildung Pisa-Studie: Mehr Computer nicht gleich mehr Lernkompetenz

Lernen am Computer hat seine Grenzen. Viel Zeit mit dem Rechner bringt Schüler laut Pisa-Studie oft nicht weiter. Und Lehrer müssen vorbereitet sein. Deutschland verweist auf eine "Qualitätsoffensive".

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Eine Schülerin der vierten Klasse arbeitet an ihrem Laptop. Mehr Zeit am Computer heißt nicht gleich mehr gelernt.

Quelle: Marc Tirl

Paris. Mehr Zeit am Computer bringt Jugendlichen nicht unbedingt auch mehr Lernkompetenz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Pisa-Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in 31 Ländern.

"Bei der digitalen Bildung geht es um Qualität statt Quantität", sagte Eric Charbonnier von der OECD-Bildungsabteilung zu den Schulleistungstest-Ergebnissen. Für Deutschland lagen allerdings nur eingeschränkt Daten vor, hieß es vom Berliner OECD-Büro.

"Digitale Technologien gestalten nur das effizienter, was bereits effizient ist", sagte Charbonnier in Paris. Entscheidend sei, dass die Schüler eine Recherche planten, wichtige von unwichtigen Informationen unterscheiden könnten und die Glaubwürdigkeit einer Quelle einschätzen könnten. Lernerfolg und Nutzungsdauer stehen dabei im umgekehrten Verhältnis zueinander: Je moderater und zielgerichteter die Technologie genutzt wird, desto größer ist der schulische Erfolg.

Vorteile digitaler Bildung an Schulen sind laut Studie der spielerische Zugang zu Wissen, die personalisierte Ausbildung und das kooperative Lernen. Der Zugang variiert stark: "Die Lehrer sind nicht vorbereitet, für sie gehören neue Technologien noch nicht zum allgemeinen Schulablauf dazu", so Charbonnier etwa zur Lage in Frankreich.

Im Durchschnitt nutzten die Testpersonen mindestens zwei Stunden täglich das Internet. Wird diese Dauer etwa mit sechs Stunden täglich weit überschritten, zieht das laut OECD schulische Misserfolge nach sich. Grundlage für die erste Pisa-Studie zur digitalen Kompetenz waren bereits 2012 erhobene Daten. 96 Prozent der befragten Schüler haben danach einen Computer zu Hause, 72 Prozent gebrauchen die Technologie in der Schule.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte zu den Ergebnissen der Studie: "Es kommt ganz entscheidend darauf an, dass die Lehrerinnen und Lehrer in der Lage sind, moderne Lehrmethoden im Unterricht richtig einzusetzen. Weil hier der Schlüssel zu erfolgreichem Lernen liegt, unterstützen wir die Länder bei der Ausbildung der Lehrer." Wanka verwies auf eine 2015 gestartete "Qualitätsoffensive": In den vom Bund mit rund 500 Millionen Euro geförderten Projekten sollen Lehramtsstudenten besser ausgebildet werden, dabei werden neue Medien ins Lehramtsstudium eingebunden.

In Deutschland nutzen Schüler aus bessergestellten Schichten das Internet mehr zur Informationsbeschaffung als sozial benachteiligte Jugendliche. Dort wiederum dienen Computer dazu, Videos anzuschauen, online zu spielen oder zu chatten. Statistisch müssen sich 4,2 Schüler in Deutschland einen Rechner teilen. Damit liegt das Land auf Platz 28 unter den 34 OECD-Ländern.

Die Daten für Deutschland basieren laut OECD auf nationalen Erhebungen nur zu digitaler Lesekompetenz und computer-basierten mathematischen Fähigkeiten. Die für andere Länder weitergehende Studie umfasst auch Rechercheverhalten der 15-Jährigen im Netz. Spitzenwerte bei digitaler Lesekompetenz und Rechercheverhalten im Netz erzielten Länder wie Singapur, Korea, Japan, Kanada, USA und Australien. Zu den Schlusslichter gehören Spanien, Russland, Brasilien und Kolumbien.

dpa

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