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Panama-Papiere/Spanien: Schon wieder die Königsfamilie

Korrespondentenbericht Panama-Papiere/Spanien: Schon wieder die Königsfamilie

Zu den Klienten der Kanzlei Mossack Fonseca gehörte über mehrere Jahrzehnte auch die spanische Infantin Pilar de Borbón, die ältere Schwester des früheren Königs Juan Carlos. Auch Pedro Almodóvar, Spaniens berühmtester Filmregisseur nahm die Dienste in Anspruch.

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Quelle: dpa

Madrid. Zu den Klienten der Kanzlei Mossack Fonseca gehörte über mehrere Jahrzehnte auch die spanische Infantin Pilar de Borbón, die ältere Schwester des früheren Königs Juan Carlos. Den Panama-Papieren, die in Spanien von der Netzzeitung El Confidencial und dem Fernsehsender La Sexta ausgewertet wurden, ist zu entnehmen, dass Pilar de Borbón 1974 die Führung der panamaischen Firma Delantera Financiera SA übernahm. Das Unternehmen wurde 40 Jahre später, am 24. Juni 2014, aufgelöst, fünf Tage nach der Thronbesteigung von Felipe VI., dem Neffen Pilars. Welche Geschäfte de Borbón über Delantera Financiera abwickelte, enthüllen die Panama-Papiere nicht. Die 79-jährige Infantin ließ die Anfragen von El Confidencial und La Sexta unbeantwortet. Auch das spanische Königshaus wollte sich zu der Sache nicht äußern: Pilar de Borbón hat zwar das Anrecht auf die Anrede „Königliche Hoheit“, sei aber „nicht Königsfamilie“.

Auch Pedro Almodóvar, Spaniens berühmtester Filmregisseur, und sein Bruder und Produzent Agustín, nahmen die Dienste von Mossack Fonseca in Anspruch. Das Genfer Büro der Kanzlei unterstützte die Brüder 1991 bei der Gründung der Glen Valley Corporation auf den Britischen Jungferninseln. Dreieinhalb Jahre später stellte die Firma ihre Tätigkeit ein. Auf Anfrage der spanischen Rechercheure erklärte Agustín Almodóvar, dass sowohl er als auch sein Bruder „mit allen steuerlichen Verpflichtungen auf dem Laufenden“ seien.

Eine ähnliche Antwort erhielten die Journalisten von Micaela Domecq, der Ehefrau des spanischen EU-Energiekommissars Miguel Arias Cañete: Alle ihre Besitztümer und Aktiva seien ordnungsgemäß deklariert. In den Panama-Papieren taucht der Name der Familie Domecq, einer der großen andalusischen Landbesitzer, von 2005 bis 2010 als Bevollmächtigte der panamaischen Rinconada Investments Group auf. Nach den Recherchen des ICIJ verfügte die Firma über mindestens vier Konten bei einer Schweizer Filiale der Deutschen Bank, auf die auch Micaela Domecq Zugriff hatte.

Martin Dahms

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