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Merkel und Gauck bei Trauerfeier der Opfer des Amoklaufs

Kriminalität Merkel und Gauck bei Trauerfeier der Opfer des Amoklaufs

Mehr als eine Woche liegt der Amoklauf von München zurück, der Schock weicht langsam, doch die Trauer ist noch immer da. Sie kennt keine Grenzen der Nationen oder Religionen, wie bei einem ökumenischen Gottesdienst klar wird. Ein Appell an Allah bewegt besonders.

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Bundespräsident Joachim Gauck (l-r), seine Lebensgefährtin Daniela Schadt, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesratspräsident Stanislaw Tillich bei dem ökumenischen Gottesdienst für die Opfer des Amoklaufs von München in München.

Quelle: Angelika Warmuth

München. Mit bewegenden Appellen für Frieden und religiöse Toleranz haben bei einer ökumenischen Trauerfeier Angehörige, Vertreter aller Kirchen und Bürger der Opfer des Amoklaufs von München gedacht.

Der Münchner Kardinal und Erzbischof Reinhard Marx und der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm leiteten am Nachmittag gemeinsam die Feier im Münchner Liebfrauendom.

Da sieben der Getöteten Muslime waren, sprach auch eine Vertreterin des islamischen Glaubens ein Gebet. "Allah, wir bitten Dich um Hilfe für uns, unsere Menschlichkeit nicht zu verlieren", sagte Dhahri Hajer vom Muslimrat München. Alle Menschen seien Kinder Adams, betonte sie, unabhängig von Nationalität, Religion oder Hautfarbe. Sie erinnerte an den Koran, in dem es sinngemäß heiße: "Wer einen Menschen tötet, so ist es, als ob er alle Menschen tötet." An Allah richtete sie den bewegenden Appell: "Beschütze diese schöne Stadt und ihre Bewohner, beschütze Deutschland."

Unter den Gästen waren unter anderen Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU).

Ein 18 Jahre alter Amokschütze hatte am 22. Juli beim Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen, vor allem Jugendliche. Anschließend tötete er sich selbst.

Kardinal Marx wandte sich direkt an die Angehörigen der Opfer, sprach ihnen Anteilnahme aus und versuchte, Trost zu spenden: "Diese Toten sind nicht ins Nichts zurückgestoßen. Sie leben." Versöhnung sei das Gebot der Stunde. Nicht das Trennende, sondern das Verbindende müsse ins Blickfeld rücken - unabhängig von Religion und Herkunft: "Was uns verbindet, ist das Mensch-Sein", betonte Marx.

Der evangelische Landesbischof Bedford-Strohm sprach angesichts der Amoktat mit zehn Toten von der Notwendigkeit eines neuen Gottvertrauens: "Ein Vertrauen, das uns von der Lähmung in eine Freiheit führt." Er erinnerte an Zeichen der Hoffnung, die auch die Reaktion auf die schreckliche Tat gezeigt habe. Mit ihrer Hilfsbereitschaft unmittelbar nach dem Amoklauf hätten die Menschen gezeigt, dass man der Gewalt nicht hilflos ausgeliefert sei. "Hass und Gewalt werden keine Macht über unsere Herzen gewinnen" - wenn die Menschen füreinander da seien.

Nach der Trauerfeier im Dom war ein Trauerakt im bayerischen Landtag geplant, der von der Staatsregierung, der Stadt München und dem Landtag ausgerichtet wird. Dazu sind auch die Familien der neun Todesopfer eingeladen.

dpa

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