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Merkel: Asylberechtigte möglichst rasch in Arbeit vermitteln

Migration Merkel: Asylberechtigte möglichst rasch in Arbeit vermitteln

Bis vor kurzem wurde der Kanzlerin vorgeworfen, sie tauche beim Thema Flüchtlinge ab, lasse sich vor Ort nicht blicken. Nun besucht Merkel drei Einrichtungen in Berlin, die sich um Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten kümmern. Ihre Botschaft: Die Mühe lohnt sich.

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Die Bundeskanzlerin ließ sich zu einem Selfie überreden.

Quelle: Bernd von Jutrczenka

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der raschen Integration asylberechtigter Menschen in Deutschland hohe Priorität eingeräumt. Dies funktioniere etwa durch eine baldige Vermittlung in Arbeit nach Klärung des Bleiberechts.

Das sagte sie im Anschluss an den Besuch einer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Berlin. Dazu solle schnell Kontakt zwischen diesen Flüchtlingen und der Bundesagentur für Arbeit hergestellt werden.

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will Flüchtlinge mit dem Einsatz von 600 Millionen bis 1,1 Milliarden Euro in den Arbeitsmarkt integrieren. Der Bedarf an Qualifizierung sei groß, sagte sie bei der Beratung des Bundeshaushaltes 2016 im Bundestag. "Nicht einmal jeder Zehnte kann direkt in Arbeit und Ausbildung kommen."

Im Alltag werde die Integration "sicher zum Teil über die Kinder stattfinden, die in den Kindergärten schnell Deutsch lernen", sagte die Kanzlerin, die sich in Berlin-Spandau auch eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge angesehen hatte. In dem Haus der Arbeiterwohlfahrt (Awo) habe sie beeindruckt, "mit wie viel Liebe und Zuneigung die Flüchtlinge hier auch beherbergt werden".

Beim Besuch einer sogenannten Willkommensklasse in der Berliner Ferdinand-Freiligrath-Schule würdigte Merkel diese Form der Integration von Flüchtlingskindern in der Hauptstadt als Modell für ganz Deutschland. Jedem Neuankömmling sehr schnell einen Platz in einer solchen Klasse zu geben - das sei "ein sehr zukunftsweisendes Konzept", meinte die Kanzlerin.

Solche Klassen sind für Flüchtlingskinder gedacht, die noch kein Deutsch sprechen. In Berlin gibt es sie unter dem Begriff "Willkommensklassen" seit vier Jahren. "Es lohnt sich, sich um jedes einzelne Kind zu mühen. Es gibt so viel Enthusiasmus bei den Kindern, so viel Bereitschaft zu lernen, und wir wollen ihnen eine gute Zukunft geben."

Den Behörden und Helfern dankte die Kanzlerin für ihren anstrengenden Einsatz bei der Flüchtlingsbetreuung. So arbeiteten die BAMF-Beschäftigten angesichts der Masse an Asylanträgen "unter ganz besonderen, schwierigen Bedingungen". Nicht immer könne die Bearbeitung sofort erfolgen. Sie stelle aber fest, "dass jedes Schicksal auch ernst genommen wird". Auch von der Arbeit der Lehrer zeigte sich Merkel beeindruckt. "Wenn jeden Tag 1000 Flüchtlinge nach Berlin kommen, dann ist das eine riesige Herausforderung", sagte sie.

dpa

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