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Mahnende Worte bei Gedenken an Zerstörung Dresdens im Krieg

Geschichte Mahnende Worte bei Gedenken an Zerstörung Dresdens im Krieg

Dresden macht heute vor allem durch die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung Schlagzeilen. Diese spielte diesmal auch beim jährlichen Gedenken an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg eine Rolle.

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Eine Menschenkette zieht sich in Dresden, um der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg zu gedenken. Am 13. und 14. Februar 1945 legten alliierte Bomber das Zentrum der Elbestadt in Schutt und Asche. Bis zu 25.000 Menschen kamen dabei ums Leben. Foto

Quelle: Oliver Killig

Dresden. Mit zahlreichen Veranstaltungen haben die Bürger Dresdens der Zerstörung der Stadt durch alliierte Bomber vor 71 Jahren und der rund 25 000 Opfer der Luftangriffe gedacht. Höhepunkt war am Abend eine Menschenkette, mit der rund 13 000 Bürger ein Zeichen für Miteinander und Toleranz setzten.

Unter dem Geläut der Kirchenglocken verband sie am Abend beide Seiten der Elbe. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) forderte die Menschen auf, Lehren aus dem Geschehenen zu ziehen. "Wer die Vergangenheit von vor über 70 Jahren von dem trennt, was wir heute in Teilen der Welt erleben, wer sein Herz gegenüber denjenigen verschließt, die bei uns Schutz suchen, der hat die Botschaft des 13. Februars nicht verstanden."

Hilbert hatte zusammen mit einem breiten Bündnis aus Kirchen, Institutionen, Vereinen und Initiativen zu der Menschenkette aufgerufen. Diese führte erstmals auch durch den Zwinger und über den Theaterplatz vor der Semperoper, der in den vergangenen Monaten häufig die Kulisse für Demonstrationen des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses bildete. Auch Landtagspräsident Matthias Rößler, Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Innenminister Markus Ulbig (alle CDU) reihten sich auf dem Theaterplatz ein.

Die Gedenkfeiern hatten am Vormittag mit Veranstaltungen an fünf verschiedenen Orten begonnen. Ein zentrales Gedenken der Stadt gab es diesmal nicht. Bei einer Kranzniederlegung auf dem St.-Pauli-Friedhof betonte Hilbert, dass bei dem Gedenken an die Opfer nicht vergessen werden dürfe, wer den Zweiten Weltkrieg herbeigeführt habe. Auf dem Friedhof liegen von Nazis ermordete Kinder osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen. Gedenkveranstaltungen fanden unter anderem auch auf dem Heidefriedhof statt, wo viele der Bombenopfer begraben sind; außerdem am Güterbahnhof Neustadt, von dem aus in der NS-Zeit Juden deportiert wurden.

Dresden war eine Hochburg der Nationalsozialisten, die bei den Reichstagswahlen 1932 und 1933 in Sachsen besonders gut abgeschnitten hatten. In der Elbestadt fand die erste Bücherverbrennung und die erste Ausstellung über "entartete Kunst" statt. Mit dem Gang an die Tatorte will das Bündnis Nazifrei einer Mythisierung Dresdens als unschuldige Opferstadt entgegenwirken.

Wie in den vergangenen Jahren versuchten auch diesmal Rechtsextreme, das Gedenken zu missbrauchen. Einem Neonazi-Aufmarsch in einem Plattenbauviertel am Stadtrand stellten sich am Freitagabend Hunderte Bürger mit lautem Protest entgegen. Zu Zwischenfällen kam es nicht. Die Polizei war seit Freitag mit neun Hundertschaften stark präsent.

dpa

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