Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Google+
Keine Coffeshops in Kreuzberg: Cannabisverkauf verboten

Gesundheit Keine Coffeshops in Kreuzberg: Cannabisverkauf verboten

Eine Legalisierung weicher Drogen in Berlin bleibt tabu. Den Plan des Grün-regierten Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Cannabis an bestimmten Orten in kleinen Mengen zu verkaufen, lehnte die zuständige Bundesbehörde ab.

Voriger Artikel
Juso-Chefin Uekermann will Jugendquote für Parlamente
Nächster Artikel
1,5 Millionen Flüchtlinge? Neue Schätzung erzeugt Unruhe

Polizisten untersuchen im Görlitzer Park in Berlin die Stelle, wo bei einer Schlägerei ein Angreifer durch einen Schuss aus einer Polizeipistole am Bein getroffen wurde.

Quelle: Britta Pedersen/Archiv

Berlin. Im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg dürfen auch weiterhin keine weichen Drogen wie Haschisch und Marihuana in Coffeeshops verkauft werden.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte lehnte einen entsprechenden Antrag des Bezirks ab, wie Bürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) mitteilte. Der Alternativbezirk wollte mit der Legalisierung auch den ausufernden kriminellen Drogenhandel entlang der Partymeilen eindämmen.

Eine kontrollierte Abgabe von Cannabis zu Genusszwecken ist demnach mit dem Betäubungsmittelgesetz nicht vereinbar. Deshalb sei der Antrag weder zulässig noch begründet, hieß es in dem Bescheid. Herrmann zeigte sich enttäuscht darüber, dass das Bundesamt auf die Hauptargumentation des Bezirks, Jugendliche und andere Konsumenten durch den kontrollierten Verkauf sauberer Drogen besser zu schützen, nicht eingegangen sei.

Der Bezirk wollte in vier Verkaufsstellen die Cannabis-Produkte an erwachsene und registrierte Konsumenten verkaufen: Maximal zehn Gramm Cannabis in Ein-Gramm-Tüten pro Einkauf und höchstens 60 Gramm im Monat. Nur wenn der Staat den Verkauf kontrolliere, könne er den illegalen Handel eindämmen und damit auch Jugendliche besser schützen, sagte Herrmann. "Die aus unserer Sicht schlüssige Argumentation zum Jugendschutz hat das Bundesamt umschifft."

Der Bezirk prüfe nun sehr genau, ob er innerhalb eines Monats Widerspruch gegen den Bescheid einlege, kündigte Herrmann an.

Die Berliner CDU-Fraktion und Innensenator Frank Henkel (CDU) sahen sich in ihrer Ablehnung des Kreuzberger Modellprojekts gestärkt. "Der Staat darf nicht zum Dealer werden", erklärte Henkel. Die Grünen des Bezirks erklärten, mit ihrer Entscheidung verschließe die Behörde die Augen vor der Realität. "Wer davon ausgeht, dass Verbote den Konsum verhindern, ist schlicht naiv."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr